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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Apollon , griechisch (lateinisch Apollo), dichterisch auch Apoll, griechischer Gott der Mantik und der Künste.

Er stammt aus dem östlichen Kulturbereich und ist wie seine Zwillingsschwester * Artemis in der griechischen Mythologie ein Nachkomme des * Zeus und der * Titanin Leto. Wie es heißt, erblickte das Zwillingspaar "in keinem der Länder unter der Sonne das Licht der Welt" (* Leto). Der jugendliche Apollon war einer der griechischen Hauptgötter. Er galt als Herr des Lichts, deshalb auch sein Beiname Phoibos (lateinsich Phöbus), der Strahlende, Leuchtende. Bisweilen wird Apollon auch dem Sonnengott * Helios gleichgestellt.

Apollon galt, im Gegensatz zu der dionysischen Art des leichtlebigen Gottes * Dionysos, als Vertreter eines von Recht und Ordnung geprägten Weltbilds. Dichtung und Musik standen Apollon nahe; er war der Anführer der * Musen, und sein griechischer Beiname ist deshalb Musaget, "Musenführer". Weiters galt Apollon als Schutzherr der Herden und des Ackerbaus sowie als Helfer im Kampf, andererseits als strafender Bogenschütze und damit als Todesgott (* Niobe und * Tityos). Apollons Sohn * Asklepios übernahm die zunächst seinem Vater zugeschriebene Kunst des Heilens. Nachdem Apollon einen riesigen schlangenartigen Drachen namens * Python, der die Orakelstätte der Erdmutter * Gäa in Delphi bewachte,  mit tausend Pfeilen getötet hatte, wurde er auch als Schutzherr der berühmten Orakelstätte verehrt. (Anderen Quellen zufolge erschlug Apollon das Untier mit dem Stamm eines Lorbeerbaums.) An den siegreichen Kampf erinnerten die Apollon geweihten Pythischen Spiele und der Beiname Pythios. Die Attribute des Gottes sind die * Leier sowie Pfeil und Bogen. Dargestellt findet man Apollon bisweilen auf einem von Schwänen gezogenen Wagen. Er wurde zumeist als nackter Jüngling von außerordentlicher Schönheit wiedergegeben, daher die Sprachwendung "schön wie Apoll". Bisweilen trägt er auch das weiße Gewand der * Kithara-Spieler. In der Bildenden Kunst  finden sich besonders oft folgende Apollo-Motive:

1. "Apollon schindet * Marsyas". Der * Satyr Marsyas fand die von * Athene erfundene Flöte, die diese weggeworfen hatte, weil das Flötenspiel ihrer Meinung nach zu sehr ihr Gesicht entstellte. Er spielte auf dem Instrument und war so stolz auf seine Weisen, dass er Apollo zu einem Wettstreit herausforderte. Der Gott siegte, weil er auch auf der umgedrehten Leier spielen konnte, was Marsyas mit der Flöte nicht vermochte. Da vereinbart worden war, dass der Sieger über den Verlierer frei verfügen könnte, fesselte ihn der erzürnte Gott an einen Baum und zog ihm die Haut in Streifen ab.

2. "Apollo tötet Koronis". Ein dem Apollo dienender Rabe verriet ihm, dass die sterbliche Koronis, die von Apollo ein Kind erwartete, einen Sterblichen erhört hatte. Erbost über den Fehltritt schoss der Gott einen Pfeil auf die Geliebte ab. Obwohl es ihn sofort reute, konnte er sie trotz aller Bemühungen nicht am Leben erhalten. Nur der in ihrem Leib befindliche Knabe wurde gerettet. Es handelte sich um * Asklepios, den der * Kentaur * Cheiron aufzog und in der Heilkunst unterwies. Das Gefieder des bis dahin weißen Raben färbte Apollo schwarz.

3. "Apollo und * Daphne". Unter dem Eindruck des Sieges über den Schlangendrachen * Python, der im Auftrag der Göttin * Gäa das Orakel von Delphi bewachte und den er mit tausend Pfeilen getötet hatte, riet Apollo dem kleinen Liebesgott * Eros, das Bogenschießen besser Männern zu überlassen. Darüber erbost, schoss Eros einen seiner mit goldener Spitze versehenen Pfeile auf Apollon ab der sich daraufhin in die in seiner Nähe weilende schöne * Nymphe Daphne verliebte. Da Eros aber durch einen Pfeil mit stumpfer Bleispitze in Daphne jegliches Liebesgefühl abgetötet hatte, wies sie Apollon ab. Um seinem ungestümen Werben zu entgehen, verwandelte sie sich mit * Gäas Hilfe in einen Lorbeerbaum. Die Darstellung dieser Verwandlung zählt zu den beliebten Motiven der Bildenden Kunst der Barockzeit. Ein Beispiel ist die schöne Elfenbeingruppe von Jakob Auer im Kunsthistorischen Museum in Wien.
 

J. NEUMANN, Tizian. Die Schindung des Marsyas, Prag 1962;  K. SCHEFOLD, Die Göttersage in der klass. und hellenist. Kunst, München 1981; P. B. RAWSON, The Myth of Marsyas in the Roman visual arts. An iconographic study, Oxford 1987; R. v. RANKE-GRAVES, Griechische Mythologie, Reinbek b. Hamburg 1989.


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