Leonische Waren , Lyonische Waren, Leonisches Gold, Bezeichnung für im Allgemeinen aus unedlem Metall hergestellte vergoldete oder versilberte Metallfäden sowie für * Lahn, bzw. für Garnfäden, die mit dünnen (vergoldeten) Silber- oder Kupferdrähten umwickelt (umsponnen) sind und bei * Posamentierarbeiten verwendet werden (* Borten, * Fransen, * Quasten, * Tressen).
Bei den als "Goldhauben" bezeichneten Trachtenhauben besteht der Überzug des Fadens oft aus echtem Gold. Je nach Umspinnungsart des Innenfadens spricht man von Frisé oder Krausgespinst, wenn der Faden lockenartig, gekraust umsponnen ist, und von Ondé, wenn der Faden gleichmäßig dicht wellig umgeben ist. Der Name Leonische Waren wird sowohl von der spanischen Stadt Leon abgeleitet, in der solche Waren erstmals gefertigt worden sein sollen, als auch von der französischen Stadt Lyon. Mit der ersten fabriksmäßigen Erzeugung soll 1570 in Nürnberg ein Franzose namens Fournier begonnen haben.
B. RAWITZER, Leonische Drahtwaren u. Gespinste. Studien zu einem Spezialgewerbe in Mittelfranken anhand der Archive des 19. Jh., in: Veröffentlichungen zur Volkskunde und Kulturgesch. 26, Würzburg 1988.
|