Lipsanothek , von griechisch leipsana, "Überbleibsel", "Reliquie", Synonym für * Reliquiar.
Am berühmtesten ist die so genannte Lipsanothek von Brescia (Museo Civico). Der aus dem Kloster Santa Giulia in Brescia stammende Schrein ist ein rechteckiges, aus einem Holzkern bestehendes und mit beschnitzten Elfenbeinplatten verkleidetes Kästchen mit flachem Deckel (L. 32,7 cm; B. 24 cm; H. 22 cm). Diese vermutlich um 370 n. Chr. in einer italienischen Werkstatt entstandene Lipsanothek ist die älteste und bekannteste der erhaltenen frühchristlichen Elfenbeinarbeiten. Der Themenkreis der dargestellten Motive stammt aus dem AT und NT.
J. KOLLWITZ, Die L. von Brescia, in: Studien zur spätantiken Kunstgesch. 7, Berlin, Leipzig 1933; R. DELBRÜCK, Probleme der L. in Brescia, in: Theophaneia 7, Bonn 1952; W. F. Volbach, Elfenbeinarbeiten der Spätantike und des Frühen MA, Mainz 1952; D. GABORIT-CHOPIN, Elfenbeinkunst i. MA, Berlin 1978, S. 179; F. W. DEICHMANN, Einf. in die christl. Archäologie, Darmstadt 1983.
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