Liuthard-Gruppe
1) Bezeichnung für karolingische Handschriften und für Elfenbeinschnitzereien, die der * Hofschule Karls d. Kahlen zugeordnet werden. Der Name Liuthard-Gruppe stammt von dem dieser Schule angehörenden * Skriptor Liuthard(us), der, wahrscheinlich unter Mithilfe seines Bruders Beringar, drei Handschriften schuf, und zwar ein * Evangeliar (Darmstadt, Hessische Landesbibliothek), den * Psalter Karls d. Kahlen (Paris, Bibliothèque Nationale) und den * Codex aureus aus St. Emmeram (München, Bayer. Staatsbibl.). Die Arbeiten der der Liuthard-Gruppe zugezählten Elfenbeinschnitzer sind stark vom * Utrecht Psalter beeinflusst. Manchmal wird deshalb die Meinung vertreten, dass die Schnitzereien bereits zur Zeit Ludwigs d. Frommen entstanden. Vgl. Hofschule Karls d. Kahlen. Anderseits wird Karl d. Kahle mit Sicherheit als Auftraggeber angesehen und als Aufenthaltsort der Schnitzer der Hof des Erzbischofs Hinkmar von Reims lokalisiert (um 870).
2) Bezeichnung einer der vier bekannten Malergruppen der * Reichenauer Schule.
A. GOLDSCHMIDT, Die Elfenbeinskulpturen aus der Zeit der karolingischen und sächsischen Kaiser, Bd. 1, Berlin 1914.
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