Lohengrin , mittelalterliche Sagengestalt, der "Schwanenritter".
Lohengrin war der Sohn des Gralskönigs Parzival. Auf Geheiß des Königs Artus gelangte er in seinem von einem Schwan gezogenen Nachen nach Brabant, wo er der des Brudermordes bezichtigten Fürstin Elsa beistand. Nach glücklicher Ehe mit der hohen Frau musste Lohengrin Brabant verlassen, da Elsa, gegen die Abmachung, seine Herkunft erfahren wollte. Als Gralshüter durfte Lohengrin seinen Namen nur bei direkter Frage preisgeben und hatte sich danach unverzüglich zu entfernen.
Albrecht von Scharfenberg verwendete das Lohengrin-Thema in seinem um 1270 entstandenen "Jüngeren Titurel". Auch in dem von Wolfram v. Eschenbach (1170/80-1220) in Versform verfassten "Parzifal" kommt Lohengrin vor. Am bekanntesten wurde die Lohengrin-Sage durch die gleichnamige romantische Oper von Richard Wagner, die 1850 erstmals aufgeführt wurde. Im 19. Jh. zählte das Thema zu den beliebten Motiven der Bildenden Kunst. Lange vor der durch R. Wagner erlangten Popularität Lohengrins war schon Maximilian II. von Bayern von der Sage des Schwanenritters fasziniert und wählte das Thema für eine monumentale Darstellung auf Schloss Hohenschwangau aus. Sein Sohn Ludwig II. wurde durch diese Vorliebe stark beeinflusst und ließ sein "Wohnzimmer" in dem Schloss Neuschwanstein mit dem Wandgemälde "Lohengrins Ankunft" schmücken.
M. PRAWY, Lohengrin im Wohnzimmer, in: "Nun sei bedankt ...". Mein Richard-Wagner-Buch, München 1982.
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