Apotropäum , lat. (griech. Apotropaion), "magisches Abwehrmittel", "Abwehrzauber".
In der Antike war das Haupt der * Medusa (Gorgoneion) das gebräuchlichste Apotropäum. Den bei antiken und mittelalterlichen Gebäuden an Portalen und Fassaden zu findenden Tiergestalten, Tierköpfen, Tierpranken und Augen (* Vogelaugendekor) sowie Fratzenköpfen schrieb man gleichfalls apotropäische Wirkung zu. Zur persönlichen Unheilabwendung waren früher vor allem * Pentagramme, * Pestsegen, * Breverln und Amulette gebräuchlich. Gegen das Unwesen der Amulette versuchte die Kirche manchmal sogar über den Staat Einfluss zu nehmen (* Amulett). In der Volksfrömmigkeit vertrauen noch heute viele auf eine unheilabwendende Wirkung von * Devotionalien. Von den um Schutz angerufenen Heiligen ist besonders der hl. * Christophorus beliebt, weil er der Legende nach vor plötzlichem Tod behütet. Die Wirkung eines Apotropäum soll dem Volksglauben nach durch einen Spiegel verdoppelt werden können. Der erhoffte Verstärkungseffekt beruhte darauf, dass der Spiegel jeden Gegenstand ein zweitesmal wiedergibt. Aus diesem Grund wurden etwa * Fatima-Hände mit vielen Spiegelstückchen versehen, um die erhoffte unheilabwendende Wirkung zu vervielfachen.
L. HANSMANN, L. KRISS-RETTENBECK, Amulett u. Talisman, München 1977, J. D. BELSON, The Gorgoneion in Greek Architecture, Ann Arbor 1982; K. BEITL, Volksglaube, München 1983.
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