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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Lotrahmen , von römischen Kopisten beim Nachbilden griechischer Plastiken verwendetes Hilfsmittel.

Die Bildhauer brachten sowohl über dem Original als auch über dem zu bearbeitenden Steinblock einen Rahmen mit der gleichen Maßeinteilung (in Form gespannter Schnüre) an. Danach wurde beim Original mittels eines Lotes die Entfernung zwischen Rahmen und markanten Punkten (Puntelli) festgestellt und, ausgehend von der gleichen Stelle am Messrahmen über dem zu bearbeitenden Steinblock, Löcher in derselben Länge wie die Lotmaße gebohrt und damit im Inneren des Blockes wie beim Original gleich liegende Messpunkte gebildet, zwischen denen man das Material abtrug. Bei der Ausbildung eines Kopfes wurden durch Bohrungen bis zu 400 Messpunkte festgelegt. Das Verfahren wird Punktieren genannt.

K. BURGER, Das Punktieren, Berlin 1939; C. BLÜMEL, Griechische Bildhauer an d. Arbeit, Berlin 1943; G. M. A. RICHTER, How were the Roman copies of Greek portraits made?, in: Röm. Mitt. (Mitt. d. Dt. Archäolog. Instituts, Röm. Abt.) 69, 1962.


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