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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Louis-quinze , Stil und französische Kunstrichtung der Zeit von ca. 1730-1755.

Benannt ist der Louis-quinze nach König Ludwig XV. (König 1715-1774, bis 1723 unter der Vormundschaft des Herzogs Philipp II. v. Orléans). Der Louis-quinze-Stil war die französische Variante des * Rokoko. Er löste ca. 1730 die * Régence ab und währte bis etwa 1755, dem Beginn der so genannten Transition (der fünf Jahre währenden Übergangszeit zwischen Louis-quinze und dem klassizistisch geprägten * Louis-seize). Wegen seiner charakteristischen Dekorformen heißt der Louis-quinze auch Style Rocaille (* Muschelwerk) und Baroque flamboyant.

Im deutschen Sprachraum wird die Kunst dieser Zeit als Spätbarock oder * Rokoko bezeichnet. Der Stil des Louis-quinze prägte vor allem das Interieur, die Innenausstattung der Häuser. Das Mobilar ist weniger wuchtig als im * Louis-quatorze. Es wirkt eleganter und setzte den schon in der Régence eingeleiteten Trend zu persönlichem Komfort und zu Bequemlichkeit fort. Beliebt waren naturfarbene Hölzer, aufwendig gestaltete vergoldete * Beschläge aus Bronze bei den Möbeln sowie * Chinoiserien, * Turquerien und erotische Darstellungen. Die Hauptdekorform war zu dieser Zeit die Wellenlinie, die u. a. von W. Hogarth 1753 in seinem Werk "Analysis of Beauty" besonders hervorgehoben wurde.

Anders als König Ludwig XIV., der durch gezielte Auswahl seiner Hofkünstler großen Einfluss auf das Kunstschaffen nahm, beeinflusste König Ludwig XV. die stilistische Entwicklung seiner Zeit kaum. Er war schon als Fünfjähriger auf den Königsthron erhoben worden und stand bis 1723 unter der Vormundschaft des Herzogs Philipps II. von Orléans. Später überließ der König die Politik weitgehend Kardinal A. H. de Fleury. Günstlinge und zahlreiche Mätressen (insbesondere die Marquise de * Pompadour und Marie Jeanne Gräfin Dubarry) übten u. a. auch großen Einfluss auf das Kunstgeschehen aus. Die Damen bei Hofe wandten sich z. B. gegen die repräsentativen großen Räume der Schlösser, in denen Ludwig XIV. residiert hatte. Viele der prunkvollen Säle wurden geteilt, mit eingezogenen Scheindecken in gemütliche, überschaubare Räumlichkeiten, d. h. in intime Gemächer umgestaltet und mit verspielt wirkenden Möbeln ausgestattet. Versteckt hinter * Draperien und Vorhängen führten zahlreiche eingebaute Treppen zu den neu geschaffenen Appartements. Dem Vorbild bei Hofe folgend, ließen auch viele Adelige ihre Residenzen umgestalten und im Style rocaille (* Rocaille) einrichten.

Die gebildete Marquise de Pompadour, ab 1744 die Favoritin des Königs, galt den einen als Verschwenderin, den anderen als Mäzenin von Kunst und Wissenschaft. Der französische Historiker Charles Kunstler soll den Louis-quinze-Stil als einzigen Triumph der Frauen charakterisiert haben.

H. MARTIN, Le style Louis-quinze, Paris 1925; P. VERLET, Le style Louis-quinze, Paris 1942; P. Del PERUGIA, Louis XV., Paris 1975; The Age of Louis XV, Kat., Toledo/Ohio, Chicago, Ottawa 1975/76; G. MABILLE, Le Style Louis XV., Paris 1978; H. C. ZANDER, Ludwig der Vielgeliebte, in: Zanderfilets. Kabinettstücke aus der Rumpelkammer der Geschichte, Stuttgart 1992.


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