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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Lukasbilder , Gemälde, die der Evangelist * Lukas gemalt haben soll, bzw. Kopien davon.

Wenn Jesus dargestellt ist, gelten die Lukasbilder als authentische * Porträts. Daneben sind auch Bilder der Muttergottes mit dem Jesuskind bekannt. Weiters gibt es Gemälde, auf denen Lukas beim Porträtieren der Madonna zu sehen ist. Dieses Sujet wird als "Lukasmadonna" bezeichnet. Die frühesten literarischen Hinweise auf die zumeist kultisch verehrten Gnadenbilder, * Ikonen oder ihre Kopien, stammen aus der Zeit des byzantinischen * Bilderstreits. So erwähnte Andreas von Kreta 726 die Existenz eines Lukasbildes als Argument im Bilderstreit.

Ein Christusbild in der Capella Sancta Sanctorum im * Lateran in Rom gilt als das älteste erhaltene Bild dieser Art. Es wird von der Wissenschaft in das 8. Jh. datiert. Die ursprünglich vermutlich ganzfigurige Darstellung wurde mit einem spätbyzantinischen Christusbild übermalt. Der Legende nach befand sich in Konstantinopel an der Karawanenstraße von der * Hagia Sophia zum Bezirk Manganes eine angeblich von Kaiserin Pulcheria (399-453) gegründete Klosterkirche mit einem Marienbild und einer Quelle, die von Blinden aufgesucht wurde. Von griechischen Hodegoi, "Blindenführer", bekam die Kirche später den Namen "Hodegonkirche". Davon abgeleitet ist auch der Name des verschollenen Muttergottesbildes * Hodegetria.

Im westlichen Kulturkreis berichtete Nicolaus Maniacutius um 1180 von Lukasbildern in Rom. Das älteste Lukasbild des Westens befindet sich in einem 1368 vollendeten * Evangeliar des Johannes von Troppau (Wien, Nat. Bibl., Cod. 1182). Aus dem 14./15. Jh. sind zahlreiche, vermutlich auf ein gemeinsames Vorbild zurückgehende Lukasbilder erhalten, wie beispielsweise das * Fresko aus der Mitte 14. Jh. in der Kirche von Mateic in Makedonien. Andere Lukasbilder des 14. Jh. zeigen den Heiligen im Profil vor einer Staffelei sitzend beim Malen der Madonna, deren Bild meist erst halbfertig ist.

Die Modell sitzende Gottesmutter ist nicht dargestellt. Ab dem 15. Jh. wurde häufig auch Maria wiedergegeben. In der Pinakothek von München befindet sich z. B. ein Gemälde des Rogier van der Weyden aus der Mitte 15. Jh., auf dem auch Maria als Modell zu sehen ist. Häufig findet man auch einen Stier wiedergegeben, das * Evangelistensymbol des hl. Lukas. Bei barocken Lukasbildern sind mitunter anstatt des Malerateliers zahlreiche Engel rund um den Evangelisten geschart, als ob die Malerei im Himmel hergestellt worden wäre. Vgl. * Acheiropoieta.

E. v. DOBSCHÜTZ, Christusbilder, Leipzig 1899; D. KLEIN, St. Lukas als Maler der Maria. Ikonographie der Lukasmadonna, Diss. Berlin 1933; C. HENZE, Lukas, der Muttergottesmaler, Leuven 1948; Maler und Modell, Baden Baden 1969; G. KRAUT, Lukas malt die Madonna, Worms 1986; H. BELTING, Bild u. Kult, München 1990; G. WOLF, Salus Populi Romani. Die Gesch. röm. Kultbilder im MA, Weinheim 1991.


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