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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Lüster , Luster, von französisch lustre, "Glanz", dies von lateinisch lustrare, "erhellen",

1) von der Decke hängender * Leuchter mit mehreren Lichtquellen. Anfänglich war der Terminus nur für Hängelampen mit geschliffenen Dekorstücken aus Bergkristall oder Kristallglas gebräuchlich, heute wird der Ausdruck allgemein für Hängeleuchter verwendet, auch für solche ohne Glaszierat.

2) Bezeichnung für metallisch schimmernde * Glasuren von * Keramiken. Bei dem Verfahren werden ölige Lösungen von Metallverbindungen auf die fertige * Glasur aufgetragen und im * Muffelofen eingebrannt. So genannte Lüsterware wurde schon im 9. Jh. n. Chr. in Samarra (im Altertum Sumere) hergestellt. Die mesopotamische Stadt war bereits im 6. Jt. ein Zentrum für Keramiken und ist namengebend für prähistorische Tonwaren.

3) Bei Glaswaren kann der Lüster-Effekt mit Hilfe von Metallsalzen hervorgerufen werden. Dieser Glasdekor war besonders im * Jugendstil beliebt und wurde u. a. von den Firmen * Tiffany und * Loetz hergestellt.

4) Metallisch * irisierende Effekte bei versilberten oder vergoldeten Objekten durch Aufbringen von * Lasurfarben; man spricht dann von * gelüstert. Für den transparenten Überzug fanden häufig mit Leimwasser vermengte Pflanzenfarben Verwendung, etwa Lackmus oder Safran. Vgl. * Zwischgold.

A. W. FROTHINGHAM, Lustreware of Spain, New York 1951; J. BEDFORD, Old English Lustreware, London 1965; M. KOLLER, Die Lüstertechnik, in: Restauratorenblätter der Denkmalpflege in Österreich 2, 1974; O. WATSON, Persian lustre ware, from the 14th to the 19th centuries, in: Le Monde Iranien et L'Islam 3, 1975; J. SOUSTIEL, La céramique islamique, Paris 1985; O. WARTSON, Persian Lustre Ware, London 1985.


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