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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Lyra . Das Saiteninstrument war in Griechenland und im römischen Reich schon im Altertum bekannt.

Die Lyra ist leichter gebaut als die * Kithara und gehört wie diese zur Familie der * Leiern. In der griechischen Mythologie wird * Hermes als Erfinder der Lyra angeführt. Er soll einen Schildkrötenpanzer als Resonanzkörper, ein Tiergehörn als Joch genommen und entlang dieses Darmschnüre als Saiten gespannt haben, die er durch Zupfen zum Klingen brachte. In Museen und Sammlungen sind Instrumente zu finden, bei denen ein Schildkrötenpanzer als Resonanzkasten dient. Vom Louis-seize-Stil bis zum Ende des Empire (im deutschsprachigen Raum auch im Biedermeier) war die Lyraform ein beliebtes Ziermotiv. Abgesehen von der Ausbildung als Ornament, wurde z. B. bei Tischen die Verbindung zwischen Tischplatte und Standbasis oft in Form einer Lyra gestaltet; auch bei der Rückenlehne von Stühlen war die Lyraform beliebt. Von der Lyra abgeleitet ist der Name der Dichtungsgattung Lyrik.

M. WEGNER, Das Musikleben der Griechen, Berlin 1949; H. BESSELER, M. SCHNEIDER (Hg.), Musikgesch. in Bildern, Bd. II, Leipzig 1963/64; G. WILLE, Musica Romana. Die Bedeutung der Musik im Leben der Römer, Amsterdam 1967.


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