Macchiaioli , von italienisch macchia, "Fleck",
In der Gazzetta del Popolo erstmals ironisch verwendeter Begriff für eine 1855-1865 in Florenz tätige Gruppe italienischer Maler. Die Künstler opponierten gegen die an den * Akademien übliche Manier und entwickelten einen spontan flächenhaften Malstil. Ihr Gedankengut publizierten sie u. a. in den Journalen Gazzetino delle arte disegno (1867) und Giornale artistico (1873/74). Hauptvertreter der Macchiaioli waren G. Abbati, C. Banti, V. Cabianca, N. Costa, G. Fattori, R. Sernesi und T. Signorini. Als Vorbilder dienten den Macchiaioli neben anderen G. Courbet und C. Corot. Die Anhänger des Letztgenannten sahen sich im * Salon des Jahres 1864 dem Vorwurf ausgesetzt, weder zeichnen noch malen zu können und nur zu hoffen, im Fahrwasser des bekannten Künstlers berühmt zu werden, ohne aber eine eigene Leistung zu erbringen.
Dargestellt wurden häufig einfache, arbeitende Menschen, in Anlehnung an Courbet, dessen Bild "Kornsieberinnen" (Musée des Beaux Arts, Nantes) bei der * Weltausstellung von 1855 wegen angeblicher vulgärer Trivialität heftig kritisiert worden war. Courbet konterte auf die Angriffe mit den Worten: "Ich bin nicht nur Sozialist, sondern auch Demokrat und Republikaner und vor allem Realist, d. h. ein aufrichtiger Freund der wahren Wahrheit."
M. P. CAZZULLO, La scuola dei M., Florenz 1948; J. KÖHLER, Die Florentiner M. Augsburg 1956; Mostra dei M., Kat., Rom 1956; A. NAUJACK, Untersuchungen zur Malerei der Florentiner M., Diss. Tübingen 1972; Toskan. Impressionen. Der Beitr. der M. zum europ. Realismus, Kat., München 1975; D. DURBÈ, I M., Rom 1978; D. DURBÉ (Hg.), Archivi dei M. Collezione di studi, documenti e testimonianze, 8 Bde., Rom 1980; D. DURBÉ (Hg.), Catalogo Generale "I Macchiaioli". Repertorio sistematico e ragionato dell'opera dei M., Rom 1981; U. M. GAISBAUER, Licht und Farbe in der Malerei der M., eine Koloritanalyse zur ital. Malerei des 19. Jh., Diss. Salzburg 1984.
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