Machsor , der, das, hebräisch, "Wiederholung", "Zyklus",
Seit dem 9. Jh. beim Feiertagsdienst der sieben besonderen Sabbate und für die Feiertage verwendetes jüdisches Gebetbuch mit Gebeten und ausgewählten Bibelstellen. Zum Unterschied davon sind im Siddur (hebräisch, "Ordnung") die täglichen Gebete und die Grundelemente der Liturgie enthalten. Die kostbarsten Machsorim stammen aus dem 13. Jh. Sie sind großformatig, reich * illuminiert und waren für Vorbeter bestimmt.
Durch das große Format konnten auch die Umstehenden die Schrift lesen. Bekannt sind vor allem der von Simcha ben Samuel aus Vitry zusammengestellte "Vitry Machsor" aus dem 12. Jh., der "Wormser Machsor" vom Ende 13. Jh und der aus dem frühen 14. Jh. stammende "Leipziger Machsor". Ursprünglich wurde der Ausdruck Machsor für den Sonnen- sowie den Mondzyklus verwendet und, davon abgeleitet, seit dem 13. Jh. auch für den Zyklus der Feiertage. Die Bezeichnung Machsor scheint erstmals in der Schlussformel des Wormser Machsor (1272) auf.
S. HOROWITZ, M. Vitry, Berlin 1890-96; R. WISCHNITZER-BERNSTEIN, Die M.illustration, in: Gemeindeblatt d. jüd. Gemeinde zu Berlin XIV, 1924; E. ROTH, Das Wormser M., in: FS zur Wiedereinweihung der Alten Synagoge zu Worms, Frankfurt/M. 1961; E. KATZ (Hg.), M. Lipsiae, Leipzig 1964; Jüd. Lebenswelten, Kat., Berlin 1991.
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