Magdalénien , die auf * Aurignacien und Solutréen folgende Spätphase des * Jungpaläolithikums (15.000-9.000 v. Chr.), am Ende der letzten Eiszeit.
Die in mehrere Gruppen gegliederte altsteinzeitliche Kulturstufe erhielt den Namen nach dem Hauptfundort Abri de la Madeleine, bei Les Eyzies-de-Tayac in der südfranzösischen Gemeinde Tursac, Dordogne, wo neben Fettlampen, schmalen Silex-Klingen sowie als "Federmesser" bezeichnete asymmetrische Klingen u. a. Gebrauchsgegenständen besonders schöne und gut erhaltene Tierdarstellungen aus Mammutelfenbein geborgen wurden (* Contours découpés).
Wegen der großen Bedeutung des Rens für die damals lebenden Menschen wird das Magdalénien auch Rentierzeit genannt. Erhalten haben sich u. a. beschnitzte Lochstäbe und Speerschleudern aus Rentierknochen. Die Periode gilt als Blütezeit der Eiszeitkunst in Südfrankreich und Nordspanien. Gegen Ende des Magdalenien wurden vor allem die * Frauenidole oft stilisiert gestaltet.
H. SCHWABEDISSEN, Die Federmesser-Gruppen des nordwesteurop. Flachlandes. Zur Ausbreitung des Spät-M., Neumünster 1954; R. DRÖSSLER, Kunst der Eiszeit, Leipzig 1980; H. MÜLLER-KARPE, Zur Periodisierung der Vorgesch., Wiesbaden 1980; H. MÜLLER-BECK, G. ALBRECHT (Hg.), Die Anf. der Kunst vor 30.000 Jahren, Stuttgart 1987.
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