Magischer Realismus , von dem Kunstkritiker Franz Roh geprägter Begriff für den Malstil der Bilder, die 1924 bei einer Ausstellung in Mannheim präsentiert wurden.
Der Name bezog sich vor allem auf die dort gezeigten * Stillleben. 1925 veröffentlichte Roh dann ein Buch mit dem Titel Magischer Realismus. In der Kunstterminologie ist der Magische Realismus oft dem Begriff der * Neuen Sachlichkeit gleichgesetzt, doch gibt der Magische Realismus im Gegensatz zur Neuen Sachlichkeit die Gegenstände meist distanziert-ironisch, verfremdet wieder, mit dem Ziel, die Hintergründe aufzuzeigen.
Bei den Bildern des Magischen Realismus dominiert nicht allein der Mensch, sondern auch vermeintlich nebensächlichen Gegenständen wird Bedeutung beigemessen. Eine Wiederbelebung erfuhr die Kunstrichtung in den 1960er und 70er Jahren. Zum Unterschied von dem zu der Zeit aktuellen * Neuen Realismus werden beim Magischen Realismus die Dinge zum Träger von Botschaften und zu Sinnbildern für Empfindungen. Unter diesem Gesichtspunkt ausgeführte Arbeiten stammen u. a. von B. Goller, A. Kanoldt, K. Klapheck, C. Mense und G. Schrimpf.
F. ROH, Nachexpressionismus. M. Probleme der neuesten europ. Malerei, Leipzig 1925; M. und Verwandtes, in: Das Kunstwerk, Sonderh. Kunstwerkschriften 31, Baden-Baden 1952; M. in Dtl. 1920-23, Kat., Wuppertal 1967; W. SCHMIED, Neue Sachlichkeit und M. in Dtl. 1918-33, Hannover 1969; Realismus u. Sachlichkeit, Kat., Berlin 1974; Neue Sachlichkeit u. Realismus. Kunst zwischen den Kriegen, Kat., Wien 1977; Konrad Klapheck, Retrospektive 1955-1985, Hg. W. Hofmann, München 1985; J. HÜLSEWIG-JOHNEN, Neue Sachlichkeit. M., Kat., Bielefeld 1990/91.
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