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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Apsis , (Mz. Apsiden), griechisch, "das Angefügte", "Wölbung",

Bezeichnung für einen bereits im spätrömischen Bauwesen üblichen, in Nischenform gestalteten halbrunden Nebenraum, oft überwölbt von einer Halbkuppel. Solche Apsiden wurden z. B. an einer Schmalseite der Marktbasiliken angebaut. In den Nischen befand sich bei kommunalen Bauten oft eine Statue oder ein Mosaikbild des Kaisers. Nach der Anerkennung ihrer Religion durch Kaiser Konstantin d. Gr. (313 n. Chr.) übernahmen die Christen die Versammlungshallen für die Messfeier. In den Apsiden wurde das Kaiserbild durch die Darstellung Christi als * Majestas Domini (Weltherrscher) ersetzt.

Das älteste Exemplar dieses Motivs entstand um 400 und befindet sich in der Apsis der römischen Kirche Santa Pudenziana. In den christlichen Kirchen sind Apsiden oft als Fortsetzung des Chorhaupts zu finden. Zum Unterschied von der vieleckigen Ausführung heißt die Bauweise mit halbrunder Grundfläche auch * Konche (Muschel). Der Name nimmt auf die als Viertelkugel muschelartig ausgebildete Decke Bezug. Die Apsis diente im  frühchristlichen Kirchenbau oft als * Presbyterium. Der Abschluss eines Seiten- oder Querschiffes heißt Nebena oder Apsidiole.

W. WEYRES, Die "absides" des Alten Domes zu Köln. Über eine Bedeutung der Wörter apsis und absida in mittelalterlichen Quellen, in: Kölner Domblatt 20, 1961/62; K. GAMBER, Der Altarraum in der Ost- und West-Kirche in seiner geschichtlichen Entwicklung, in: Orthodoxie heute, 13, Nr. 53, Düsseldorf 1975; T. ULBERT, Frühchristliche Basiliken mit Doppelapsiden auf der iberischen Halbinsel. Studien zur Architektur- und Liturgiegeschichte, Berlin 1978.


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