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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Majestas Domini , Maiestas Domini, lateinisch, "Hoheit, Erhabenheit des Herrn",

Frontale Christusdarstellung (* en face). Jesus sitzt auf einem Thron oder Regenbogen, hat die rechte Hand zum Segnungsgestus erhoben und hält in der Linken meist das Buch des Lebens. Als Fußstütze dient oft die Erdkugel. Bei frühen Bildnissen ist die rechte Hand manchmal vor der Brust wiedergegeben oder lehrend zur Seite gestreckt. Manchmal ist das gesamte Sujet von einer * Glorie umgeben. Im Mittelalter wurde dieser Heiligenschein manchmal als Sternenkranz oder achteckig bzw. achtpassförmig gestaltet. Wenn mandelförmig ausgeführt, spricht man von einer * Mandorla.

Das Motiv Majestas Domini geht auf * Jesaia 66,1 zurück ("Der Himmel ist mein Thron und die Erde meiner Füße Schemel"). Bei frühen Majestas Domini-Darstellungen ist manchmal auch ein Sternenhimmel dargestellt, und/oder es sind die Gestirnzeichen von * Sol und * Luna zu sehen. Wiedergegeben wird Christus bei dem Majestas Domini-Motiv mit langem, gescheiteltem Haar und kurzem Bart. In romanischer Zeit trägt Christus häufig eine Krone. Oft sind an den vier Eckpunkten des hochrechteckigen Bildformats die * Evangelistensymbole zu sehen. Sie werden abgeleitet von * Ezechiel 1,10 ff., wo von Wesen berichtet wird, deren Antlitze einem Menschen, einem Löwen, einem Stier und einem Adler gleichen.

Als ältestes Beispiel des Majestas Domini-Sujets gilt das * Apsis-Bild in der Kirche Santa Pudentiana in Rom (402-417). Zu den frühen Majestas Domini-Darstellungen zählt ferner ein Mosaik aus dem 6. Jh., in der Kirche San Vitale in Ravenna. Vorbild für das Motiv des * Heilands als Imperator war das Sujet thronender römischer Kaiser in den als * Basiliken bezeichneten Markthallen. In französischen Kirchen war das Majestas Domini-Motiv im 12. Jh. als * Tympanon-Relief gebräuchlich.

Ein anderer lateinischer Terminus für den thronenden Himmelskönig, als Herr der Christenheit, ist "Rex gloriae". In der byzantinischen Kunst wird das Motiv des Beherrschers des Alls * Pantokrator genannt. (Die Darstellung der thronenden Muttergottes heißt * Maestà bzw. * Maria Panachrantos.)

R. BERGER, Die Darstellung d. thronenden Christus in d. roman. Kunst, Reutlingen 1926; A. BAUMSTARK, Die karoling.-roman. M. und ihre oriental. Parallelen, in: Oriens Christianus III, 1, 1927; J. KOLLWITZ, Das Bild von Christus dem König in Kunst u. Liturgie der christl. Frühzeit, in: Theologie u. Glaube, 1947/48; G. GRUBE, Majestas u. Crucifix, in: Zeitschr. f. Kunstgesch. 20, 1957; H. B. MEYER, Zur Symbolik frühmittelalterl. Majestasbilder, in: Das Münster 14, 1961; L. WERHAN-STAUCH, Eine ungewöhnl. M.-Darstellung, in: Zeitschr. für Kunstgesch. 32, 1969; E. DASSMANN, Das Apsismosaik von Sta. Pudentiana in Rom. Philosophische, imperiale und theologische Aspekte in einem Christusbild am Beginn des 5. Jh., in: Röm. Quartalschrift für christl. Altertumskunde 65, 1970; R. DESHMAN, Christus rex et magi reges: Kingship and Christology in Ottonian and Anglo-Saxon Art, in: Frühmittelalterl. Studien 10, 1976; W. BERSCHIN, Die griech. Majestas-Tituli in der Trier-Echternacher Buchmalerei, in: Frühmittelalterl. Studien 14, 1980.


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