Makart , Hans (geb. 1840, Salzburg; gest. 1884, Wien), bekannter österreichischer Maler des * Neobarock.
Nach kurzem Studium an der Wiener * Akademie (1858) setzte Makart die Ausbildung an der Akademie in München fort. Sein Lehrer war der geadelte Maler Karl Theodor v. Piloty, dessen historisierender Stil Makart beeinflusste. Studienreisen nach Frankreich, England und Italien vervollkommneten die Ausbildung Makarts. In Italien setzte sich der Künstler vor allem mit der venezianischen Malerei des 18. Jh. auseinander (G. B. Piazzetta, S. Ricci u. a.). Seine in kräftigen Farben in neobarocker Manier ausgeführten großformatigen Gemälde sind oft historischen, mythologischen und * allegorischen Themen gewidmet oder beziehen sich auf Opern bzw. Theaterstücke.
Makart legte großen Wert auf prunkvolle vergoldete Bilderrahmen und wählte sie für seine Gemälde meist selbst aus. Zu seinen bekannten Arbeiten zählen "Moderne Amoretten", ferner ein mit den Titeln "Pest von Florenz", "Sieben Todsünden" und"Traum eines Wüstling" bedachtes dreigeteiltes Bild, das eines der Schlüsselwerke für seine Popularität war, weiters "Einzug Karls V. in Antwerpen, "Jagd der Diana", mehrere Ausführungen der sterbenden "Kleopatra" sowie die "Fünf Sinne". Bei vielen seiner Gemälde handelt es sich um * Interieur-Bilder mit Darstellungen prächtiger neobarocker Einrichtungen und opernhaft-theatralisch wiedergegebener Personen.
Die Werke des in Wien als "Malerfürst" gefeierten Künstlers beeinflussten Mode, Theater, Kunsthandwerk und die Wohnkultur in Österreich, vor allem aber in Wien von etwa 1870-1885 so stark, dass man von einem eigenen Makart-Stil spricht. Kennzeichnend dafür sind schwere Samtvorhänge, Orientteppiche, wuchtige, mit neobarockem Dekor reich verzierte, teils vergoldete Möbel und große Vasen mit so genannten * Makartbuketts.
Der Künstler lebte seit 1869 in Wien, wo ihm 1872/73 auf Staatskosten ein eigenes Atelier errichtet wurde. Nach einem Aufenthalt in Ägypten (1875/76) übernahm Makart 1878 die Professur der Spezialschule für Historienmalerei an der Wiener Akademie. Einen Höhepunkt seines Schaffens bedeutete der von ihm 1879 organisierte großartige Festzug anlässlich der Silbernen Hochzeit des österreichischen Kaiserpaares.
H. UHDE-BERNAYS, H. Makart, Mittler und Meister, München 1948; H. M. und seine Zeit, Kat., Salzburg 1954; E. PIRCHAU, H. M., Wien 1954; R. MIKULA, Studien zu H. M., Diss. Wien 1971; H. M., Triumph einer schönen Epoche, Kat., Baden-Baden 1972; H. FRODL, H. M., Monographie und Werksverzeichnis, Salzburg 1973; Traum und Wirklichkeit, Wien 1870-1930, Kat., Wien 1985; H. M. und der Historismus in Budapest, Prag und Wien, Kat., Schloß Halbturn 1986.
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