Marcus Curtius . Einer alten römischen Volkssage zufolge öffnete sich 362 v. Chr. die Erde beim Forum Romanum, und es bildete sich zwischen den römischen Stadthügeln Kapitol und Palatin ein tiefer und immer breiter werdender Spalt.
Auguren prophezeiten, die Erde würde sich erst nach Opferung des größten Schatzes der Stadt schließen, andernfalls drohe der Untergang Roms. Marcus Curtius, ein junger Römer vornehmer Abkunft war der Ansicht, dass der größte Schatz eines Volkes seine Jugendlichen seien. Um Rom zu retten, stürzte er sich deshalb zu Pferde und gewappnet mit Helm und * Harnisch in die Tiefe. Von dem Augenblick an begann sich der Schlund wieder zu schließen, bis nichts mehr zu sehen war. Die Römer nannten diese Stelle deshalb "lacus Curtius". Das Thema wird seit dem 3. Jh. v. Chr. in der Bildenden Kunst dargestellt. Von den vollplastischen Arbeiten besonders bekannt sind zwei Elfenbeingruppen (Florenz, Palazzo Pitti, und Dresden, Kunstsammlungen).
E. v. PHILIPPOVICH, Elfenbein, München 1982, S. 389; J. MENZHAUSEN, Dresdener Kunstkammer und Grünes Gewölbe, Wien 1977, S. 106.
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