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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Maria , Madonna, Mutter Jesu Christi.

Die Heimat Marias war die ca. 40 km von Haifa entfernte Stadt Nazareth. Der * Erzengel * Gabriel verkündete Maria, dass sie vom * Heiligen Geist den Sohn Gottes empfangen und gebären werde. Die bildhafte Darstellung der * Verkündigung durch den Erzengel wird oft mit dem Terminus * Annuntiatio bezeichnet.

Beim Ökumenischen Konzil von Ephesus wurde Maria 431 n. Chr. feierlich zur * Theotokos, "Gottesgebärerin", erklärt und 649 bei der Lateransynode als Aei Parthenos, "immerwährende Jungfrau". In der Folge nahm die Verehrung Marias als gnadenvolle Vermittlerin zwischen den Menschen und dem dreieinigen Gott stetig zu. Da es im Gegensatz zu vielen * Heiligen von Maria keine * Reliquien gibt, musste man sich mit Bildnissen begnügen.

In der religiösen Kunst des Ostens und Westens wird Maria nach Jesus am häufigsten wiedergegeben, meist gemeinsam mit dem * Jesuskind. Die ersten Mutter-Kind-Darstellungen sollen das altägyptische Motiv "Isis mit dem Horusknaben" zum Vorbild haben. In der Ostkirche setzte die Verehrung Maria durch Mariabilder eher ein als im Westen. Die Ausführung der einzelnen Bildmotive ist in der Ostkirche kanonisch festgelegt. Außer bei * Weihnachtskrippen ist * Josef, der Nährvater des Jesuskindes, nur selten dargestellt. Da bei Maria viele westliche Motive auf Bildwerke der Ostkirche zurückgehen, werden in der Bildenden Kunst oft die alten griechischen Bezeichnungen verwendet.

Maria-Darstellungen sind in folgenden Motiven gebräuchlich:
* Ährenkleidmadonna,
* Anbetung des Jesuskindes ...,
* Annuntiatio,
* Assumptio,
* Beweinung Christi,
* Blacherniotissa,
* Christi Geburt im Stall von Bethlehem,
* Dexiokratusa,
* Dormitio Mariae,
* Eleusa,
* Flucht nach Ägypten,
* Galaktotrophousa,
* Gärtleinmadonna,
* Glykophilusa,
* Gürtelspende,
* Hagiosoritissa,
* Heilige Familie,
* Heilige Sippe,
* Heimsuchung Maria,
* Himmelfahrt Marias,
* Hodegetria,
* Hortus conclusus,
* Hypselotera,
* Immaculata,
* Koimesis,
* Kreuzabnahme,
* Kreuzigung,
* Krönung Marias,
* Kyriotissa,
* Madonna della misericordia,
* Madonna del latte,
* Madonna spicata, Madonna umiltà,
* Maestà,
* Maria als Näherin (Stickerin),
* Maria, Braut des Hl. Geistes,
* Maria de Victoria,
* Maria Gravida,
* Maria Heimsuchung,
* Maria Himmelfahrt,
* Maria im Ährenkleid,
* Maria im Rosengarten,
* Maria im Strahlenkranz,
* Maria im Wochenbett,
* Maria in der Hoffnung,
* Maria in Erwartung,
* Maria lactans,
* Maria orans,
* Marias Tod,
* Maria Verkündigung,
* Maria vom Siege,
* Marienkrönung,
* Mater dolorosa,
* Mater misericordiae,
* Mater omnium,
* Méter Theoû,
* Nikopoia,
* Panagia,
* Paraklesis,
* Pelagonitissa,
* Platytera,
* Pokrov,
* Rosenkranzbild,
* Santa conversazione,
* Schleierspende,
* Schutzmantelmadonna,
* Sedes sapientiae,
* Smolenskaja,
* Spasimo,
* Sponsa,
* Tricherusa,
* Umiltà,
* Virgo inter Virgines,
* Visitatio,
* Zoodochos Pege.

Der katholischen Lehre zufolge wurde Maria im Hinblick auf ihre spätere Gottesmutterschaft ohne Erbsünde empfangen, was jedoch nicht den biologischen Akt ihrer Zeugung betrifft, vgl. * Immaculata. Im Gegensatz dazu wird bei der Geburt Christi auf die jungfräuliche Empfängnis Bezug genommen: "... empfangen vom Heiligen Geist und geboren durch die Jungfrau Maria ...". Nach dem Tod wurde Maria mit ihrem Leib in den Himmel aufgenommen (Dogma von der * Assumptio), vgl. * Gürtelspende.

A. MUNOZ, Iconografia della Madonna, Florenz 1905; E. KOREVAAR-HESSELING, Die Entwicklung des Madonnentypus in der bild. Kunst, Berlin 1938; G. MERKL, Die geistesgeschichtl. Voraussetzungen des gegenreformator. Marienideals, Diss. Tübingen 1945; C. CECCHELLI, Mater Christi, 4 Bde., Rom 1946-54; H. GAUL, Der Wandel des Marienbildes in der dt. Dichtung und bild. Kunst vom frühen zum hohen MA, Diss. Marburg 1948; R. STEFFEN, Der Wandel der Madonnendarstellung der Florentiner Quattrocentomalerei, Diss. München 1951; L. KÜPPERS, M., Recklinghausen 1965; H.-G. RICHERT (Hg.), Marienlegenden aus dem alten Passional, in: Altdt. Textbibl. 64, Tübingen 1965; Lex. der Marienkunde, Regensburg 1967 ff.; M. LECHNER, M. als Gottesgebärerin, Diss. München 1970; E. G. GRIMME, Dt. Madonnen, Köln 1976; H. SPERBER, Unserer lieben Frau: 800 Jahre Madonnenbild und Marienverehrung zwischen Lech und Salzach, Regensburg 1980; L. KRETZENBACHER, Schutz und Bittgebärden der Gottesmutter, in: Sitzungsberichte der Bayer. Akad. der Wiss. Phil.-Hist. Klasse 3, München 1981; J. HELD, Marienbild und Volksfrömmigkeit. Zur Funktion der Marienverehrung im Hoch- und SpätMA, in: Frauen-Bilder-Männer-Mythen, Kunsthist. Beiträge, hg. v. Isebill Barta u. a., Berlin 1987, S. 35-68; G. KOPP-SCHMIDT, Das Bild der Gottesmutter in der Buchmalerei, Graz 1990; I. B. SIROTA, Ikonographie der Gottesmutter in der Russ.-Orthodoxen Kirche, Würzburg 1992.


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