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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Marie Antoinette (geb. 1755, Wien; gest. 1793, Paris), Tochter Kaiserin Maria Theresias.

Marie Antoinette heiratete 1770 den späteren König Ludwig XVI. von Frankreich. Durch ihren ausgeprägten Sinn für Schönheit und Luxus beeinflusste Marie Antoinette indirekt die Stilbildung des * Louis-seize, weil sie auf die Erneuerung des Mobiliars der königlichen Gemächer großen Einfluss nahm und trotz des Widerstandes der Hofschranzen den innovativen * Menuisier Jean-Henri * Riesener favorisierte.

Nach dem Ausbruch der Französischen Revolution versuchte Königin Marie Antoinette, mit Hilfe Mirabeaus die Monarchie zu retten. Als dies fehlschlug, organisierte sie im Juni 1791 die Flucht der königlichen Familie, gleichfalls ohne Erfolg. Schuld daran war vor allem, dass kein unauffälliges Fahrzeug verwendet wurde, wie bei der Flucht des Duc de Provence (des Bruders des Königs), sondern Marie Antoinette auf die Verwendung einer königlichen Kutsche bestand, einem Riesengefährt, das von zwölf Pferden nur mit Mühe gezogen werden konnte. 1792 wurde die Luxuskutsche vor der Grenze in dem lothringischen Ort Varennes angehalten und die königliche Familie nach Paris zurückgebracht.

Nachdem Marie Antoinette am 16.10.1793 auf der Guillotine hingerichtet worden war, versteigerte die französische Republik vor den Toren von Versailles aus dem Schloss stammende Objekte, darunter auch von Jean-Henri Riesener für Marie Antoinette hergestellte Möbel sowie Kunstgegenstände aus dem persönlichen Besitz der Königin. Die Gegenstände wurden später vom französischen Staat zum Teil wieder zurückgekauft oder kamen durch Schenkung in Museumsbesitz.

In das Musée Carnevalet in Paris gelangte z. B. eine aus Elfenbein * formgedrechselte und danach aufwendig mit geschnitzten Putti verzierte * Bonbonnière Marie Antoinettes, der Tradition nach ein Werk des berühmten Diepper Elfenbeinskulpteurs Jean-Antoine Belleteste (1730-1811). Knapp vor ihrem Tod soll Maarie Antoinette die Bonbonnière einer Hofdame geschenkt haben. Im Musée Carnevalet, Paris, befinden sich Aufzeichnungen, nach denen die Konfektdose einer gewissen Mdme. Royers vererbt wurde, die eine Nichte der königlichen Hofdame war. 1880 gelangte die Elfenbeindose dann in den Besitz der Mme. Augé de Lassus, die das Döschen 1932 dem Musée Carnevalet schenkte.

Überliefert ist, dass Belleteste auch einen Fächer und eine weitere Bonbonnière (mit Neptun-Motiv) für Marie Antoinette fertigte. Während Aussehen und Aufenthalt des Fächers nicht bekannt sind, befindet sich die zweite Bonbonnière in Privatbesitz. Sie ist * formgedrechselt und ungemein reich beschnitzt. Als Hauptmotiv weist sie ein kleines rundes Flachrelief mit der Darstellung * Neptuns in seinem von * Hippokampen gezogenen Wagen auf. Die Schmalseite der Dose ist mit Muscheln, Meeresschnecken und Schiffen verziert, wobei der Mast und die Segel eines Schiffes als "B" (für Belleteste) ausgebildet sind.

H. C. ZANDER, Zander Filets. Kabinettstücke aus der Rumpelkammer der Gesch., Stuttgart 1992.


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