Marientod . Darstellungen des Marientodes werden in der Bildenden Kunst der Ostkirche meist als Koimesis (griechisch) und in der abendländischen Kunst als Dormitio Mariae (lateinisch) bezeichnet.
* Apokryphe Schriften berichten, dass viele Jahre nach dem Kreuzestod Christi, Maria von einem Engel, der einen leuchtenden Palmzweig in der Hand hielt, ihr nahes Ende angekündigt wurde. Sie bat, die * Apostel noch einmal sehen zu dürfen, die daraufhin aus allen Teilen der Welt auf Wolken zu ihrem Lager gebracht wurden. Nachdem Maria aus der Hand des Apostels * Johannes die heilige Kommunion empfangen hatte, pries sie Gott und ihre Seele wurde von Christus, einem Heer von Engeln und den Patriarchen in den Himmel geleitet. (Die Himmelfahrt Marias, lat. * Assumptio genannt, war ein beliebtes Thema der bildenden Kunst).
Als die Apostel den Leichnam der Muttergottes bestatten wollten, soll die Seele zurückgekehrt und mit dem Körper in den Himmel aufgefahren sein. Statt des Leibes blieben bei dem vorbereiteten Grab nur Rosen zurück. Nach außerbiblischen Quellen soll Maria dem bei ihrer * Himmelfahrt nicht anwesenden und deshalb zweifelnden Apostel Thomas als Beweis für die körperliche Aufnahme in den Himmel ihren Gürtel zugeworfen haben. Das Motiv heißt in der Bildenden Kunst * Gürtelspende. In der byzantinischen Kunst war die Darstellung des Marientodes bereits um 900 üblich, in der westlichen Kunst erst um die Jahrtausendwende.
M. JUGIE, La mort et l'Assomption de la Ste. Vierge, Città del Vaticano 1944; H.-R. PETERS, Die Ikonographie des M., Diss. Bonn 1950; M. GAVRILOFF, The Dormition and Assumption, in: Eastern Churches Quarterly 9, 1951; J. HECHT, Die frühesten Darstellungen der Himmelfahrt Mariens, in: Das Münster 4, 1951; G. HOLZHERR, Die Darstellung des M. im SpätMA, Diss. Tübingen 1971; J. UNTERER, Der Tod Mariens in der Südtiroler Kunst des MA., in: Kunst und Kirche in Tirol, FS für K. Wolfsgruber, hg. von J. Nössing, Bozen 1987.
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