Marter der Zehntausend (Christen), seit dem 12. Jh. besonders im deutschen Rhein-Maas-Gebiet und in der Schweiz verbreitete Darstellung, die auf der Heiligenlegende des hl. * Achatius - eines der vierzehn * Nothelfer - basiert.
Danach kämpfte der heidnische Fürst Achatius mit 9.000 Mann gemeinsam mit dem Heer Kaiser Hadrians (117-138) gegen Aufständische. Da die Gegner zahlenmäßig weit überlegen waren, zogen sich die kaiserlichen Truppen zurück. Aufgrund einer Lichterscheinung nahmen Achatius und seine Soldaten den christlichen Glauben an. Danach fielen sie über die Feinde her und besiegten sie. Hadrian, der vom Massenübertritt zum Christentum erfahren hatte, verbündete sich daraufhin mit Barbarenfürsten und nahm die geschwächte Armee des Achatius gefangen. Da die neuen Christen ihre Religion trotz Marter nicht verleugneten, traten 1000 Gefolgsleute des Kaisers voll Bewunderung gleichfalls zum christlichen Glauben über. Angeblich wurden sie gemeinsam mit den Soldaten des Achatius in Dornen gestürzt, viele von ihnen auch gekreuzigt oder gepfählt. Zehntausend sollen ihres Glaubens wegen den Märtyrertod erlitten haben. Das in der christlichen Kunst oft dargestellte Thema ist historisch nicht verifizierbar. Achatius wurde besonders von den Teilnehmern der * Kreuzzüge verehrt.
W. JUNIUS, Dürers Marter der Zehntausend, in: Monatsh. f. Kunstwissenschaft 1922; R. NISSEN, Zwei Tafelbilder mit der Marter der Zehntausend im Landesmuseum zu Münster, in: Westfalen 17, 1932/33; Ch. STÖCKER, Dürer, Celtis und der falsche Bischof Achatius. Zur Ikonographie von Dürers Marter, in: Artibus et historiae Nr. 9, 1984.
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