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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Mausoleum , prächtiger Grabbau. Der Ausdruck geht auf das Mausoleum von Halikarnassos (das heutige türkische Bodrum) zurück, das zu den * sieben Weltwundern der Antike zählte. Der Bau wurde 367 v. Chr. im Auftrag des Königs Mausolos (Maussolos) von Karien (337-353 v Chr.) begonnen und war auch zum Zeitpunkt des Todes seiner Schwestergemahlin Artemisia (gest. 351 v. Chr.) noch nicht zur Gänze vollendet. Die mit der plastischen Ausschmückung des Grabbaues maßgeblich befassten Bildhauer Bryaxis (Nordseite), Leochares (Westseite), Skopas (Ostseite) und Timotheos (Südseite) sollen die Bildwerke aber trotzdem fertiggestellt haben, als Zeugnisse ihres überragenden Könnens. Mausolos war zunächst Satrap (persischer Statthalter) von Karien in Kleinasien. Nach einem erfolgreichen Aufstand gründete er ein eigenes Königreich mit Halikarnassos als Hauptstadt. Nach Plinius bestand das von den Architekten Pytheos und Satyros entworfene, nahezu 50 m hohe Bauwerk aus Kalkstein und war mit Marmorplatten verkleidet.

Laut den Rekonstruktionen bestand das Mausoleum aus einem Sockelstück (auf einem ca. 39 x 33 m großen Fundament), einem quaderförmigen Unterbau und einem von 36 Säulen umgebenen Hauptgeschoss (in Form eines ionischen Tempels), mit einer 24stufigen Pyramide als Dach. Die Anordnung der Säulen entsprach der des Athenatempels von Priene. Eine * Quadriga mit vollrund ausgeführten Figuren des Herrscherpaares bildete die Bekrönung (Plinius, Nat. hist. XXXVI 30). Im British Museum in London werden drei 90 cm hohe Friesplatten mit Darstellungen eines Amazonen- und eines Kentaurenkampfes sowie eines Wagenrennens aufbewahrt, ferner Teile der Bauplastik und die Statuen des Herrscherpaares. Die beiden vollrunden Figuren sollen zu der das Grabmal bekrönenden Quadriga gehört haben, was aber nicht belegbar ist. Die Reliefplatten weisen Farbspuren und Reste von Bronzeapplikationen auf. Nach der Zerstörung des Mausoleums (wahrscheinlich durch ein Erdbeben) verwendete der * Johanniterorden Trümmer davon als * Spolien für das in der Nähe errichtete Kastell St. Peter.

A. v. GERKAN, Grundlagen für die Wiederherstellung des Mausoleion von Halikarnassos, in: Röm. Mitt. 72 (Mitt. des Dt. Archäolog. Instituts, Röm. Abt.), Heidelberg 1965; B. ASHMOLE, The Tomb of Mausolos, Architect and Sculptor in Classical Greece, New York 1972; W. SCHIERING, Zum Amazonenfries des M., in: Jahrb. des Dt. Archäol. Instituts 90, 1975; K. JEPPESEN, Neue Ergebnisse zur Wiederherstellung des M., in: Istanbuler Mitt. 26, 1976; G. B. WAYWELL, The Free-Standing Sculptures of the M. at Harlicarnassos in the British Mus., London 1977; B. EVERS, Mausoleen des 17.-19. Jh. Studien zum Grab- und Memorialbau, Diss. Tübingen 1983; K. JEPPESEN, Zu den Proportionen des M., Bauplanung und Bautheorie der Antike, Berlin 1984.


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