Medaille , von lateinisch metallum, "Metall",
Zur Erinnerung an ein Ereignis oder eine Person aus (Edel)Metall gegossene, seit dem 16. Jh. auch geprägte, Schau- oder Gedenkmünze mit Reliefdarstellung. Es werden auch geschnitzte * Rondels und kunstgedrehte Porträts aus Elfenbein als Medaille bezeichnet; eckige Ausführungen heißen * Plaketten. * Graveure (* Stecher), die mit * Sticheln Medaillen herstellen, nach denen auch Gussformen für Vervielfältigungen gefertigt werden können, heißen Medailleure. Seit dem 16. Jh. stellen Medailleure auch * Stempel für Münzprägungen her (* Prägen). Zu den bekanntesten alten Medaillen zählt die von Antonio Pisanello 1439 für den byzantinischen Kaiser Johannes Palaeologus anlässlich des Besuchs des Kaisers in Florenz geschaffene Guss-Medaille. Viele Medaillen wurden in Burgund für den Herzog von Berry (1340-1416) hergestellt. Wie bei Münzen heißt die Vorderseite einer Medaille * Avers und die Rückseite * Revers. Nachgüsse alter Guss-Medaillen können bei exaktem Vermessen durch Vergleichen mit dem Original erkannt werden. Da Gussmetall beim Erkalten schrumpft, sind Nachgüsse geringfügig kleiner. Alte Bezeichnungen für Medaillen sind "Bildnisgroschen", "Schaugroschen" und "Contrafeitenmünz"; der Ausdruck Medaille wurde erst im 19. Jh. allgemein gebräuchlich.
G. HABICH, Die Medaille der italienischen Renaissance, Stuttgart, Berlin 1924; Die deutschen Schaumünzen des 16. Jh. Hg. v. G. Habich u. a., 3 Bde., München 1929-1934; G. HILL, G. POLLARD, Medals of the Renaissance, London 1978; L. BÖRNER, Dt. Gnadenpfennige. Ein Beitrag zur Porträt- und Kulturgeschichte der Medaillen des 16. und 17. Jh., Diss. Berlin 1970; Münzen in Brauch und Aberglauben. Zur 100-Jahrfeier des Vereins für Münzkunde Nürnberg, Kat. German. Nationalmus., Nürnberg 1982; M. BERNHART, T. KROHA, M. und Plaketten. Ein Handbuch für Sammler und Liebhaber, München 1984.
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