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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Medusa , griechisch, "Herrin", * Fabelwesen der griechischen Mythologie, eine der drei Töchter des Phorkys, die * Gorgonen oder Phorkyden genannt werden.

Sie waren zunächst von vollendetem Aussehen. Nachdem * Athene die Gorgo Medusa in einem ihrer Tempel beim Buhlen mit * Poseidon überrascht hatte, verwandelte sie die Schöne in ein Monster, ebenso ihre Schwestern, die sich auf die Seite Medusas gestellt hatten. Die Gorgonen werden seither als frauengestaltige Ungeheuer mit * ehernen Armen, goldenen Flügeln, Schlangenhaaren und hauerartigen spitzen Eckzähnen beschrieben. Ihr Aussehen war so grauenerregend, dass jeder zu Stein erstarrte, der sie anblickte.

Im Gegensatz zu den beiden anderen Gorgonen war Medusa sterblich. Der König der Insel, auf der * Danaë mit ihrem Sohn * Perseus Zuflucht gefunden hatte, begehrte Danaë. Perseus versprach dem König vorschnell, ihm das Haupt der gefürchteten Medusa zu bringen. In der Annahme, Perseus werde bei dem Vorhaben umkommen und Danae sei ihm dann schutzlos ausgeliefert, nahm der König den Jüngling beim Wort. Perseus flehte daraufhin * Athene um Hilfe an, die ihm von der Göttin gerne gewährt wurde, da sie Medusa noch immer wegen der Entweihung ihres Tempels grollte. Sie schenkte Perseus einen spiegelnden Schild aus polierter * Bronze. Von den Nymphen erhielt Perseus Flügelschuhe, die ihn zum Aufenthaltsort der Gorgonen brachten, eine Tarnkappe, die ihn unsichtbar machte, und einen Mantelsack zur Verwahrung des Gorgonenhauptes (* Gorgoneion). Vervollständigt wurde die Ausrüstung durch ein von * Hermes geschmiedetes Sichelschwert.

Beim Kampf blickte Perseus die Medusa nicht an, sondern orientierte sich an ihrem Bild, das sich in seinem Schild spiegelte. Als er ihr den Kopf abgeschlagen hatte, entsprangen ihrem Rumpf der Riese * Chrysaor und das gleichfalls aus dem Samen Poseidons entstandene geflügelte Pferd * Pegasus. Aus den wegspritzenden Blutstropfen sollen sich die * Korallen gebildet haben. Durch die Tarnkappe unsichtbar gemacht, trat Perseus mit dem im Mantelsack verstauten Haupt der Medusa, das auch in abgeschlagenem Zustand noch versteinernd wirkte, die Heimreise an. Einigen Quellen zufolge entkam der Jüngling mit Hilfe des geflügelten Pferds Pegasus den ihn verfolgenden Schwestern der Medusa.

Anderen Erzählungen nach benutzte er auch auf der Flucht die Flügelschuhe. Weil ihm * Atlas das Gastrecht verwehrte, verwandelte ihn Perseus mit dem aus dem Mantelsack hervorgeholten Medusa-Haupt in Stein. Das Haupt der Medusa fand seinen Platz schließlich im Zentrum der * Ägis, des von * Zeus und der Göttin Athene verwendeten, mit Ziegenfell verkleideten Schildes. In der * archaischen griechischen Kunst wurde Medusa hässlich dargestellt. Seit dem 4. Jh. v. Chr. zumeist in starrer unnahbarer Schönheit, das Antlitz umrahmt von sich ringelnden Schlangen.

R. v. RANKE-GRAVES, Griechische Mythologie, Reinbek b. Hamburg 1984; Zauber der Medusa. Europäische Manierismen, Kat., Wien 1987.


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