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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Memento mori , lateinisch, "gedenke des Todes", siehe auch * Totentanz

Bezeichnung für Motive der Bildenden Kunst, die ähnlich den * Vanitas-Darstellungen an die Vergänglichkeit des Menschen und den leeren Schein allen Irdischen erinnern. Bekannte Beispiele des Mementomori-Themas sind die aus Elfenbein geschnitzten, vollplastischen * Wendeköpfe. Während eine Seite ein menschliches Antlitz zeigt, ist die andere als Totenschädel gestaltet, durch dessen Augenhöhlen sich Würmer und Schlangen winden.

Wendeköpfe waren gebräuchliche Anhänger als Abschluss von * Rosenkränzen. Das Thema kann auch ganzfigurig wiedergegeben sein. Die Vorderseite zeigt einen Menschen, meist eine schöne Frau, die als Greisin oder Totengerippe ausgeführte Rückenpartie verweist auf die Vergänglichkeit. Das einfachste Mementomori-Motiv ist der Totenkopf. Im 16./17. Jh. waren Fingerringe mit einem als Totenschädel geformten * Ringkopf gebräuchlich. Bei anderen Ringen ist der Ringkopf in Form eines kleinen Sarges ausgeführt, in dem bei aufgeklapptem Deckel ein winziges * Tödlein sichtbar wird. Typische "gedenke des Todes"-Sujets sind auch die Themen * "Drei Lebende und drei Tote" sowie der * Totentanz.

Als Memento mori gilt weiters die Darstellung eines schlafenden Knaben, dessen Haupt auf einem Totenschädel ruht. Gleichfalls auf die Vergänglichkeit beziehen sich die Figuren kleiner Knaben, die mit einem Röhrchen Seifenblasen (als Vergänglichkeitssymbol) formen. Versteckte Mementomori-Botschaften sind besonders häufig auf * Stillleben des 17./18. Jh. zu finden. Als Todesmahnung gelten Faulstellen an Früchten, herabgebrannte Kerzen, leere Schneckenhäuser oder * Muscheln, aufgeklappte * Sonnenuhren und * Stundengläser. Vgl. * Symbole. Bei Landschaftsdarstellungen signalisieren Trauerweiden, Grabhügel mit Kreuzen, * Obeliske, umgestürzte Säulen und Ruinen das Memento-mori-Thema, also Vanitas-Botschaften.

Ein vor allem in Romantik und Klassizismus beliebtes Sinnbild der Vergänglichkeit war die * Urne, die aber auch als Symbol für ewige Freundschaft und Treue galt. Bei den * Pendantfiguren in Büßergestalt, * Maria Magdalena und * Hieronymus, findet sich meist ein Totenkopf als Mahnung an die Vergänglichkeit alles Irdischen und den unausweichlichen Tod.

H. W. JANSON, The Putto with the Death's Head, in: The Art Bull. 19, 1937, S. 423-449; W. ROTZLER, Die Begegnung der drei Lebenden u. der drei Toten. Ein Beitr. zur Forsch. über d. mittelalterl. Vergänglichkeitsdarstellungen, Winterthur 1961; W. A. SKREINER, Studien zu d. Eitelkeits- u. Vergänglichkeitsdarstellungen in der abendländ. Malerei, Diss. Graz 1963. Vgl. * Vanitas-Lit.


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