Mennige , die, durch Glühen von Bleioxiden oder Bleikarbonaten gewonnenes gelbes bis rotes * Pigment (Pariser Rot).
Unter Lichteinfluss verwandelt sich mit wässrigen Bindemitteln verarbeitete Mennige in dunkelbraunes bis schwarzes Bleidioxid. Plinius bezeichnete Mennige als "minium secundarium (Plinius 12: XXXIII, 119), im Unterschied zu * Zinnober, den er "minium" nannte. Im Mittelalter ging der Ausdruck Minium auf Mennige über. Das Wort * Miniatur soll auf die Verwendung von Minium bei der Herstellung kleiner * Buchmalereien zurückgehen. Von Mennige ist das aus Eisenoxidrot bestehende Rostschutzmittel "Eisenmennige" zu unterscheiden. Mennige diente auch als Pigment bei * Fassungen romanischer und gotischer * Plastiken sowie als Beimengung für den * Grund bei Vergoldungen. * Theophilus bezeichnete Mennige in seiner "Schedula diversarum artium" als Menesch.
H. P. SCHRAMM, Historische Malmaterialien und ihre Identifizierung, Graz 1988; H. KÜHN u. a., Reclams Handbuch d. künstlerischen Techniken, Bd. 1, Stuttgart 1988.
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