Merz
1) von Kurt Schwitters 1923-1932 publizierte Hefte, insgesamt 24 Nummern, mit Beiträgen von Arp, Gropius, Hausmann, Mondrian und Picasso. Zu dem Namen Merz soll Schwitters durch eine Aussendung der "Commerz- und Privatbank" inspiriert worden sein.
2) Von Schwitters unter Verwendung von Fundobjekten (* Objet trouvé) kreierter Kunststil. Die Merz-Kunst, oft in Form einer * Assemblage, ist eine Spielart des * Dadaismus. Das erste Merzbild in Form einer * Montage aus "wesensfremden Bestandteilen" wie Papier, Stoffetzen, Maschinenteilen, Ölfarbe usw., zum Kunstwerk vereinigt durch Kleister, Nagel und Hammer, entstand 1919. Seit 1923 baute Schwitters zehn Jahre lang in Hannover in der Waldhausstraße 5 am so genannten Merz-Bau, in dem er in zahlreichen Nischen Objekte einfügte, die an bestimmte Begebenheiten aus seinem und dem Leben seiner Freunde erinnerten. Der Bau wurde im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff zerstört. Ein weiterer Merzbau entstand nach der Emigration Schwitters' nach Norwegen (1937) in Lysaker bei Oslo (zerstört 1951). 1940 begab sich Schwitters nach England, wo er 1945 in Little Langdale b. Ambleside (Westmorland) mit dem dritten Merzbau begann, der nicht vollendet wurde.
S. THEMERSON, Kurt Schwitters in England, London 1958; F. LACH, Kurt Schwitters M.hefte als Faksimile-Nachdr., Bern, Frankfurt/M. 1975; H. E. HIRSCHER, Der M.-Künstler Kurt Schwitters u. sein Materialbild, Stuttgart 1978; D. ELGER, Der erste M.bau von Kurt Schwitters. Eine Werkmonographie, Diss. Hamburg 1984.
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