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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Midas , in der griechischen Mythologie ein aus Makedonien stammender Walddämon bzw. ein phrygischer König (Herodot VIII, 138).

Landleute brachten den trunkenen * Silen, der im Rosengarten von Bermion (Garten des Midas) seinen Rausch ausschlafen wollte, mit Blumengirlanden gefesselt zu König Midas, der ihn freundlich aufnahm und bewirtete. Als Dank eröffnete ihm Silen, dass es für jeden Menschen das Beste sei, nicht geboren zu werden oder möglichtst früh zu sterben. Als Midas den unzertrennlichen Gefährten des Gottes * Dionysos wieder wohlbehalten zu dessen Gefolge zurückbrachte, gewährte der Gott dem König als Belohnung die Erfüllung eines Wunsches. Midas wünschte sich, dass alles zu Gold werde, was er anfasse. Als sich auch die Nahrung in Gold verwandelte, drohte der König zu verhungern und bat Dionysos, die Einlösung seiner Bitte rückgängig zu machen. Um von dem gefährlichen Geschenk befreit werden zu können, musste Midas im Fluss Paktolos baden, in dessen Sand seither Goldkörner zu finden sind.

Der Midas-Wunsch ist ein beliebtes Thema der Bildenden Kunst. Manchmal wird König Midas auch mit langen Eselsohren dargestellt, ein auf folgende Legende zurückgehendes Motiv: Der die * Leier spielende Gott * Apollon soll von * Pan, dem Erfinder der * Syrinx, zu einem Wettstreit herausgefordert worden sein. Als der zum Richter bestimmte greise Fluss- oder Berggott Tmolos den Sieg Apollon zuerkannt hatte, soll sich Midas ungefragt gegen dieses Urteil ausgesprochen haben. Der Erzählung nach zog ihm Apollon daraufhin die Ohren lang, damit er besser hören könne (* Stamnos des Midas-Malers, British Museum, London). Bisweilen wird Midas auch als Richter im Wettstreit zwischen Apollon und * Marsyas angeführt. Er soll regelwidrig zugunsten des phrygischen * Satyrs entschieden haben und deshalb von Apollon mit Eselsohren bedacht worden sein.

F. BROMMER, Bilder der Midassage, in: Archäol. Anzeiger 56, 1941; R. v. RANKE GRAVES, Griechische Mythologie, Reinbek b. Hamburg 1984.


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