Millefioriglas , italienisch, "Tausendblumenglas", blumenartig bunt gemustertes Glas.
Bei Millefioriglas werden verschiedenfarbige dünne Glasstäbe so um einen Mittelstab angeordnet, dass der Querschnitt des Bündels einer Blume gleicht. Nach dem Zusammenschmelzen der Glasstäbe schneidet man dünne Scheiben ab, die der Glasbläser dann behutsam in eine Glasblase aus durchsichtigem Glas einbringt oder aber in einer Holzform drapiert, um sie sodann mit farblosem Glas zu umschmelzen. Durch Überlagern der Glasplättchen entsteht der Eindruck zahlloser bunter Blumen im Glas. Die in Ägypten schon um 1800 v. Chr. bekannte Technik wurde im * Hellenismus in Alexandria in Form schalenförmiger Gefäße fortgesetzt.
Seinen Höhepunkt erreichte das Milefioriglas im 15./16. Jh. n. Chr. in Venedig, wo dafür der alte Ausdruck "Vasa murrina" oder auch die Bezeichnung "Mosaikglas" Verwendung fand. Der Terminus Millefioriglas ist erst seit dem 19. Jh. bekannt. Bei dem Großteil der erhaltenen alten Objekte handelt es sich um * Paperweights des 19. Jh. aus französischen, englischen und böhmischen Glashütten.
F. KÄMPFER, 4000 Jahre Glas, Dresden 1966; Antike Gläser, Kat., Kassel 1967; R. ANDRAE, Mosaikaugenperlen. Untersuchungen zur Verbreitung und Datierung karolingerzeitl. Millefioriglasperlen in Europa, in: Acta Praehistorica et Archaeologica, Bd. 4, 1973, Berlin 1975; U. LIEPMANN, Glas der Antike, Kat., Hannover 1982.
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