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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Minne , mittelhochdeutsch "Erinnerung", "Andenken".

1) der Brauch "Minne trinken", in heidnischer Zeit zu Ehren * Wotans oder * Donars, wurde auf christliche Heilige übertragen, vor allem zum Gedenken des hl. * Johannes, welcher die Gefahr einer Vergiftung abwenden sollte, weil er selbst einen Giftbecher leerte, ohne Schaden zu nehmen.

2) Bezeichnung für die Ehrerbietung, die Ritter und Minnesänger im Hochmittelalter adeligen Damen in Form des Lobpreises ihrer Tugend erwiesen. Es handelte sich um ein rein auf die geistige Ebene beschränktes, idealisiertes, schwärmerisches, platonisches Liebeswerben. Der Hauptinhalt der höfischen Dichtungen des 12. und 13. Jh. war dem Minnedienst gewidmet. Abgesehen von * Illuminationen in alten * Handschriften, sind Minne-Darstellungen vor allem auf so genannten Minnegaben und * Spiegelkapseln zu finden. Vgl. * Johannesminne.

H. KOHLHAUSSEN, Die Minne in der deutschen Kunst des Mittelalters, in: Zeitschrift für Kunstwissensch. IX, 1942; G. BOCCACCIO, Von Minne, Kampf u. Leidenschaft, Faksimile (F. Brachert, Kommentar), Graz 1995.


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