Minos , in der griechischen Mythologie Sohn des Gottes * Zeus und der von diesem geraubten * Europa, Vater der * Ariadne.
Nach dem Sieg über seinen Bruder Sarpedon beherrschte Minos, vom Palast von Knossos auf Kreta aus, das Land. Minos erflehte von * Poseidon ein Zeichen zum Beweis für seine göttliche Bestimmung und erhielt von dem Meergott einen kraftvollen Stier, den er opfern sollte. Da Minos das außergewöhnlich schöne Tier nicht töten, sondern seinen Herden einverleiben wollte, opferte er einen anderen Stier. Zur Strafe ließ Poseidon den Bullen rasend werden und entfachte in Pasiphae, der Gemahlin des Königs, ein mächtiges Verlangen nach ihm. Sie ließ sich von * Dädalus ein Gestell in Gestalt einer Kuh bauen, in dem sie sich dann dem Stier hingab (Wandgemälde in Pompeji, Vettierhaus). Aus der Verbindung entstand Minotaurus, ein Mischwesen mit dem Leib eines Mannes und dem Haupt eines Stiers.
Nachdem Androgeos, der Sohn des Königs Minos, in Attika den Tod gefunden hatte, griff Minos die Stadt Athen an und eroberte sie. Als Tribut mussten die Athener jährlich sieben Jungfrauen und sieben Jünglinge nach Kreta senden, die ins * Labyrinth des Minotaurus gesperrt und von diesem verschlungen wurden. * Theseus beendete diese Plage, indem er das Untier tötete. Vgl. * Minotaurus.
L. CURTIUS, Die Wandmalerei Pompejis, Leipzig 1929; J. FORSDYKE, M. of Crete, in: Journal of the Warburg and Courtauld Inst. 15, 1952; L. COTRELL, The Bull of M., London 1954; K. SCHEFOLD, Die Urkönige Perseus, Bellerophon, Herakles und Theseus in der klass. und hellenist. Kunst, München 1988.
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