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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Mosaik (Mz. Mosaike, Mosaiken). Von mittellateinisch musaicum (opus), "Einlegearbeit", andere Quellen leiten Mosaik von arabisch muzauwaq, "verziert", ab.

Bezeichnung für eine Flächendekoration aus kleinen verschiedenfarbigen (oft würfelförmigen) Stückchen aus dauerhaftem Material, die auf noch feuchten Estrich aufgebracht werden. Im Altertum gab es auch Mosaik aus unbearbeiteten Kieselsteinen (Kieselmosaike). Sehr früh gebräuchlich war * keramisches Material.

Aus Tonstiften bestehende Mosaike, so genannte "Stiftmosaike", gab es schon im 4. Jt. v. Chr. (Tempel der Göttin Innin in Uruk/Mesopotamien). Die ca. 15 cm langen Tonstifte haben ein farbiges Ende und wurden in Form von Mustern in den noch weichen Verputz gedrückt. Später schnitten so genannte "Mosaizisten" Natursteine zurecht und setzten sie zu Steingemälden zusammen. In * Pompeji und * Herculanum sind äußerst lebendig wirkende Mosaike zu bewundern.

Als bekanntestes Mosaik der Antike gilt das so genannte * Alexandermosaik aus dem Haus des Fauns in Pompeji, heute in Neapel, Museo Nazionale. Es handelt sich wahrscheinlich um die Nachbildung eines zirka 5,50 x 2,50 m großen griechischen Gemäldes aus dem 4. Jh. v. Chr. Höchste Vollendung erfuhr die frühmittelalterliche Mosaiktechnik im 5./6. Jh. in Ravenna, wohin die Kaiserresidenz aus Rom verlegt worden war.

Auch würfelförmige Glasstückchen fanden bereits sehr früh für Mosaike Verwendung (* Tessera-Mosaik.). Die verschiedenen Materialien werden auf feuchten * Grund, im Bauwesen gewöhnlich * Estrich, aufgebracht und dienen zur Dekoration von Wänden, Decken und Bodenflächen im Inneren von Gebäuden oder auch im Freien. Eine Sonderform des Bodenmosaiks in Kirchen ist der sogen. Jerusalemsweg (* Labyrinth). Kleinteilige M. werden oft für die Verzierung von Kassetten verwendet. Mikromosaike sind Bildwerke, die aus winzigen farbigen Steinchen zusammengesetzt sind. Man findet sie als Schmuckstücke gefaßt oder als Dekor von Dosendeckeln, manchmal auch in Form kleiner Wandbilder.

E. DIEZ, O. DEMUS, Byzantine mosaics in Greece, Cambridge 1931; E. UEHLI, Die M. von Ravenna, Basel 1939; K. PARLASCA, Die röm. M. in Dtl., Berlin 1959; B. ANDREAE, Das Alexanderm., Stuttgart 1967; E. THEOPHILIDOU, Die Musenm., Diss. Würzburg 1981; D. SALZMANN, Untersuchungen zu den antiken Kieselm. Von den Anf. bis zum Beginn der Tesseratechnik, Berlin 1982.


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