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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann
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Moses , ökumenisch "Mose", der Ursprung des Namens ist nicht bekannt. Manchmal wird er vom ägyptischen Wort mos, "Sohn", abgeleitet, mitunter auch von koptisch mo, "Wasser", und useh, "retten".
Im Alten Testament wird Moses als Gesetzgeber und Religionsstifter des jüdischen Volkes beschrieben. Er lebte zur Zeit der 19. Dynastie der ägyptischen Könige (* Neues Reich), in die auch die Regentschaft von Pharao Ramses II. (1290-1224 v. Chr.) fällt. Nach Moses sind die ersten fünf Bücher des AT benannt (Genesis, Exodus, Leviticus, Numeri, Deuteronomium), vgl. * Altes Testament.
Moses zählt zu den in der christlichen Kunst am häufigsten wiedergegebenen Personen des AT. Frühe Bilder auf * Sarkophagen werden in das 2.-4. Jh. datiert. Als älteste Darstellung gilt die Moses-Bildfolge in der Synagoge von Dura-Europos (um 245 v. Chr.). Auf der * Lipsanothek von Brescia (360/70 n. Chr.) ist Moses ebenfalls zu sehen. Als * Monumentalfigur wiedergegeben wird Moses seit dem 12./13. Jh. Bekannt sind vor allem die Motive: "Moses mit den Gesetzestafeln" (* Dekalog), "Moses und die Israeliten bei der * Durchquerung des Roten Meeres" sowie M. vor dem brennenden * Dornbusch. Darstellungen, bei denen M. Hornstümpfe trägt, beruhen auf der Fehlinterpretation einer Bibelstelle: In der * Vulgata wurde sein "strahlendes" Antlitz (nach dem Empfang des zweiten Satzes Gesetzestafeln) mit dem lat. Wort cornuta, "gehörnt", übersetzt.
R. MELLINKOFF, The horned M. in medieval art and thought, Berkeley Cat. 1970, in: California Studies in the history of art 14; T. Ch. ALIPRENTIS, M. auf dem Berge Sinai. Die Ikonographie der Berufung des M. und der Empfang der Gesetzestafeln, München 1986.
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