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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Mykenische Kunst , nach der Stadt Mykene benannte bronzezeitliche Kunstepoche Griechenlands (ausgenommen Thessalien), von etwa 1550-1150 v. Chr. (vgl. * Helladische Kunst).

Die * Achäer (lateinisch Achaei von griechisch Achaioi) dürften sich gegen 1900/1800 v. Chr. bei bestehenden jungsteinzeitlichen Siedlungen niedergelassen und u. a. Mykene gegründet haben. Der Abstammung nach gehörten die "blondgelockten" bärtigen Achäer den Indogermanen an, die aus kühleren Gebieten Europas gegen den Süden zum Meer drängten. Die mykenischen Griechen bezeichneten sich selbst als Achaioi, Homer verwendete den Namen für die Gesamtheit der Griechen. Beispiele der Mykenischen Kunst findet man nicht nur im mykenischen Kernland, sondern auch in den annektierten Gebieten, beispielsweise auf den Inseln Kreta, Rhodos und Zypern sowie an Orten, die von den Mykenern mit ihren zahlreichen Handelsschiffen erreicht wurden, etwa in Ugarit.

Im Allgemeinen wird die Mykenische Kunst in drei Epochen unterteilt, in die Frühmykenische Kunst, von 1560/50 bis 1500 v. Chr., die nach der Form der Fürstengräber auch "Schachtgräberzeit" heißt, die Mittelmykenische Kunst, von ca. 1500-1400 v. Chr., und die Spätmykenische Kunst, von 1400-1150 v. Chr. Besonders in der Zeit der Mittelmykenischen und der Spätmykenischen Kunst ist ein starker Einfluss der Minoer feststellbar, die im 15. Jh. von den Mykenern unterworfen und zum Teil verschleppt worden waren.

Bei den 1874-1876 von H. Schliemann begonnenen und von Griechen und Engländern fortgesetzten Ausgrabungen fand man innerhalb der gewaltigen Stadtmauer Mykenes in Schacht- und Kuppelgräbern (z. B. im "Schatzhaus der Atriden") goldene Masken, * Pektoralen, Schmuckstücke, * Blankwaffen aus Bronze sowie Elfenbeinschnitzereien. Schliemann und seine Frau Sophia vertrauten bei ihren Ausgrabungen den Angaben, die sie in den Schriften Homers und Pausanias' fanden. Das meisterwähnte Objekt der Mykenischen Kunst ist eine Treibarbeit aus Gold, von der Schliemann annahm, es handle sich um die Totenmaske des Königs * Agamemnon. Da das bärtige Antlitz aber in das 16. Jh. v. Chr. datiert wird, kann das nicht der Fall sein, weil die Treibarbeit somit 300 Jahre vor Agamemnon hergestellt wurde.

Besonders interessant sind auch mykenische Elfenbeinschnitzereien mit Darstellungen von Kriegern. Sie tragen einen mit eng aneinanderliegenden Eberzähnen verstärkten Lederhelm, und ihre Bewaffnung besteht aus einer Lanze und einem mannshohen Schild in Form einer großen 8. Beispiele solcher Elfenbeinschnitzereien finden sich u. a. im Nationalmuseum von Athen und im Museum von Delos. Von den Bauwerken imponieren speziell die Reste der aus Zyklopenmauern bestehenden Festung von Mykene.

D. FIMMEN, Die kretisch-mykenische Kultur, Berlin, Leipzig 1924; G. E. MYLONAS, Ancient Mycenae, the Capital City of Agamemnon, London 1957; H. MATTHÄUS, Die Bronzegefäße der kretisch-mykenischen Kultur, Diss. Hamburg 1977, München 1980; R. HIGGINS, Minoan and Mycenaean Art, London 1981; R. D. BARNETT, Ancient Ivories in the Middle East ..., Quedem 14, Jerusalem 1982; F. SCHACHERMEYR, Mykene u. das Hethiterreich, in: Sitzungsberichte d. Österr. Akad. d. Wiss. Wien, Bd. 472, Wien 1986; S. HOOD, The Arts in Prehistoric Greece, Neuaufl. London 1988; Das mykenische Hellas - Heimat d. Helden Homers, Kat., Berlin, Athen 1988.


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