Nabis , von hebräisch nabi, "Erleuchteter", "Prophet",
Name einer nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten in der Malerei suchenden Gruppe, von deren Mitgliedern viele Schüler der * Académie Julian waren. Sie lernten 1889 bei einer Ausstellung im Café Volpini Werke P. Gauguins und der Gruppe von Pont-Aven kennen (* Schule von Pont-Aven), von denen ihre weitere Entwicklung wesentlich geprägt wurde. Die dem von 1888-1905 bestehenden Kreis angehörenden Künstler wurden bis zu einem gewissen Grad auch von den englischen* Präraphaeliten beeinflusst und orientierten sich bei ihrer Abkehr von der traditionellen Malerei u. a. an japanischen Holzschnitten.
Die Arbeiten der Nabis-Gruppe beeinflussten ihrerseits den * Art nouveau. Vor allem die * Lithographien der Nabis und Arbeiten der mit ihnen sympathisierenden Künstler, wie Toulouse-Lautrec, waren Vorbilder für einen neuen Illustrationsstil bei Büchern, Inneneinrichtungen u. dgl. Den Namen Nabiy soll Paul Sérusier der Gruppe gegeben haben. Zu den Nabis gehörten P. Bonnard, M. Denis, H.-G. Ibels, G. Lacombe, P. Ranson, K. X. Roussel, P. Sérusier, F. Valloton, E. Vuillard sowie die nicht aus Frankreich stammenden Künstler J. Meyer de Haan, J. Rippl-Ronai und F. Verkade. Ihre Ziele publizierte die Künstlervereinigung vor allem in der Zeitschrift "Revue Blanche", an der so berühmte Autoren wie Oscar Wilde mitwirkten.
Exposition de l'École de Pont-Aven et des Nabis, Kat., Paris 1943; Die Maler der "Revue Blanche". Toulouse-Lautrec u. die Nabis, Bern 1951; A. HUMBERT, Les Nabis et leur époque, Genf 1954; Die Nabis und ihre Freunde, Kat. zur Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim, 1963; A. HUMBERT, Die Nabis und ihre Epoche, Dresden 1967; G. L. MAUNER, The N., their history and their art 1888-1896, New York 1978; H. FRONING, Graphik der N., Kat., Essen 1987; C. FRÉCHES-THORY, A. TERRASSE, Les N., Paris 1990.
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