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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Natternzungen , 1-3 cm große versteinerte Haifischzähne als Bodenfunde in Gebieten, die in prähistorischer Zeit von Meer bedeckt waren.

Früher galten die dreieckigen weißen bis bräunlichgrauen * Fossilien als Zähne von * Drachen oder als Schlangenzungen. Man verwendete sie als * Amulett, oder sie wurden an so genannten * Natternzungenkredenzen bzw. an Natternzungenbäumen aus * gefassten Korallenästchen aufgehängt. Sie dienten als * Tafelaufsätze und konnten mit Salzbehältern kombiniert sein. Da Natternzungen in der Nähe von Gift angeblich zu schwitzen beginnen, wurden sie an den Tafeln hochgestellter Persönlichkeiten als Giftprobe über die Speisen gehalten.

Im Schatzinventar des Heiligen Stuhls von 1295 werden nicht weniger als 15 Natternzungenbäume angeführt, deren Verbleib heute unbekannt ist. Eine häufig erwähnte Natternzungenkredenz wird in Wien in der Schatzkammer des * Deutschen Ordens aufbewahrt. Das Objekt besteht aus einem Standfuß aus vergoldetem Silber und einem roten Korallenzweig, an dem gefasste Natternzungen hängen.

Andere Bezeichnungen für Natternzungen sind Otternzungen, Schlangenzungen, Zungensteine, Drachenzähne, * Glossopetren und Ophioglossa.

W. BERGER, Fossile Haifischzähne als Material mittelalterlicher Goldschmiedearbeiten, in: Unsere Heimat, Monatasblatt d. Vereins für Landeskunde v. Niederösterr. und Wien, Jg. 21, 1950, Nr. 7-9, S. 119-121; L. HANSMANN, L. KRISS RETTENBECK, Amulett und Talisman, München 1977; E. SCHEICHER, Die Kunst- und Wunderkammern der Habsburger, Wien- München-Zürich 1979, S. 49; G. SCHIEDLAUSKY, N. Ein Leitfossil in der Gesch. mittelalterl. Giftfurcht, in: Kunst & Antiquitäten 6/1989, S. 25 ff.


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