Nekrolog , Nekrologium (lateinisch necrologium), von griechisch nekros, "tot", und logos, "Wort",
1) Nachruf auf einen Verstorbenen in Form eines biographischen Lebensabrisses.
2) Bezeichnung für kalenderartiges Verzeichnis der Toten einer mittelalterlichen Gemeinschaft, etwa einer Gilde, Zunft (* Seelzünfter) oder Klosterbruderschaft. In dieses Gedenkbuch, das in erster Linie als Grundlage für die alljährlich am Todestag jedes aufgelisteten Toten gelesene Selenmesse diente, wurden auch Wohltäter der Gemeinschaft eingetragen. Durch die Nekrologien ist es deshalb oft möglich, etwa die einer Kirche gestiftete Objekte genau zu datieren. Nekrologen wurden noch im Mittelalter oft in Form von * Diptychen angelegt. Alte Verzeichnisse von Verstorbenen, die einer "Gebetsverbrüderung" angehörten, heißen Verbrüderungsbücher bzw. * Totenroteln. Vgl. * Fegefeuer.
O. G. OEXLE, Liturgische Memoria u. historische Erinnerung. Zur Frage nach dem Gruppenbewusstsein u. dem Wissen der eigenen Geschichte in den mittelalterlichen Gilden, in: Tradition als hist. Kraft. FS für K. Hauck, hg. von N. Kamp, J. Wollasch, Berlin, New York 1982; H. GRAFEN, Spuren der ältesten Speyrer Necrologüberlieferung, in: Frühmittelalterl. Studien 19, 1985.
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