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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Neorenaissance , Neurenaissance, Zweite Renaissance, Bezeichnung für die wichtigste Spielart des Historismus, vor allem im Kunsthandwerk und in der Architektur, unter Verwendung der Formensprache der Renaissance.

Den Anstoß zur Ablöse des Neorokoko durch die Neorenaissance gab die * Weltausstellung in London 1851, wo erstmals Möbel im Stil der Neorenaissance präsentiert wurden. Sie bestehen in der Regel aus vollem Holz, ohne * Furnier. Für die Neorenaissance charakteristisch sind * Wangentische, Tische und Stühle mit gedrechselten Beinen und die meist wuchtigen so genannten "Renaissancesessel" mit breiten Armlehnen und überhohen, senkrecht stehenden Rückenlehnen. Sie sind oft gepolstert, mit Samt oder Leder überzogen und am Rand mit Ziernägeln eingefasst, deren halbrunde Köpfe meist mit Messing verkleidet sind.

Viele Prunkbauten des Historismus wurden im Stil der Neorenaissance errichtet und oft als * Bossenwerk ausgeführt. Ausgehend von der die imperiale Größe verherrlichenden Denkmalarchitektur in Frankreich, wie etwa der Arc de Triomphe de l'Étoile und der Arc de Triomphe du Carrousel (1806/07) in Paris etc., folgten in Neorenaissance ausgeführte Bauten in Deutschland, z. B. in München das Leuchtenberg-Palais (1817-21), das Odeon (1826-28) und die Alte * Pinakothek (1826-36).

Vorzügliche Beispiele für die Neorenaissance sind auch die Bauten der Wiener Ringstraße, etwa das in Anlehnung an die lombardische Backstein-Renaissance errichtete Museum für angewandte Kunst (gegründet 1864 als Österreichisches Museum für Kunst und Industrie), die von 1861-69 in historisierender Form der französischen Frührenaissance erbaute Wiener Staatsoper, die Zwillingsbauten des Kunsthistorischen und des Naturhistorischen Museum, die in der Zeit von 1872-1891 entstanden, mit barocker Ausdruckskunst kombiniert sind und von der Neorenaissance zum Neobarock überleiten, sowie die 1884 eröffnete Universität, die nach dem Vorbild der römischen Hochrenaissance gestaltet wurde.

Gegen Ende des Historismus, während der so genannten * Gründerjahre, verdrängte das Neobarock weitgehend die Neorenaissance und wurde dann in weiterer Folge vom Jugendstil abgelöst.

V. DUVIGNEAU, Spätklassizismus, Neurenaissance und Romantik, Diplomarbeit, Leipzig 1961; D. DOLGNER, Die nationale Variante der Neurenaissance in der dt. Architektur des 19. Jh., in; Wissenschaftl. Zeitschr. der Hochschule f. Architektur und Bauwesen Weimar, Jg. 20, H. 2, 1973; K. MILDE, Neurenaissance in der dt. Architektur. Grundlagen, Wesen und Gültigkeit, Dresden 1981; G. U. GROSSMANN, P. KRUTISCH (Hg.), Renaissance der Renaissance, Kat. München, Berlin 1992.


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