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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann
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Netzrahmen , Zeichenhilfe in Form eines Rahmens, in dem Schnüre in der Weise gespannt sind, dass sie einen Raster aus quadratischen oder rechteckigen Feldern (ein Netz) bilden.
Auf dem Bildträger wird mit Bleistift ganz fein eine gleiche Einteilung vorgenommen und der Netzrahmen zwischen den Arbeitsplatz des Künstlers und das darzustellende Objekt gestellt. Es können nun an den korrespondierenden Stellen im Netzwerk des Bildträgers die durch den Netzrahmen sichtbaren Hauptpunkte und Konturen eingezeichnet werden. Statt des Netzrahmens fanden auch Glastafeln mit einem mittels * Schwarzlot aufgezeichneten oder eingeritzten Raster Verwendung. Es gab auch Netzrahmen sowie "Glastafelapparate", bei denen die Netzeinteilung abgedeckt und nur durch ein als Visiereinrichtung fungierendes Loch zu sehen war. Bei diesen Ausführungen spielte es keine Rolle, wenn der Künstler seinen Standort änderte oder seinen Arbeitsplatz verließ, da durch das Guckloch der gleiche Betrachtungswinkel später wieder eingenommen werden konnte.
Bereits Leonardo da Vinci und * Dürer erwähnten den Netzrahmen, und Dürer stellte ihn mit seinem Holzschnitt "Der Netzzeichner" auch dar. Die Verwendung eines Netzrahmens wurde schon 1435 von L. B. Alberti (1404-1472) als Hilfsmittel empfohlen, um bei Gemälden die perspektivischen Verkürzungen und Schrägen richtig zu treffen (* Perspektive).
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