Nuppenglas , Noppenglas, Warzenglas, Bezeichnung für Glasgefäße (Krüge und Becher) mit außen in mehreren Reihen aufgeschmolzenen Nuppen oder Noppen (Tropfen).
Bekannt sind Nuppengläser schon aus der Antike; gebräuchlich waren sie dann, wie zeitgenössische Gemälde zeigen, vom 15.-17. Jh. Die auf uns gekommenen originalen Exemplare - es gibt viele Nachempfindungen - stammen meist aus dem 16./17. Jh. und sind durch Verunreinigungen des Rohmaterials leicht grünlich oder bräunlich getönt (* Waldgläser). Bei manchen Nuppengläsern handelt es sich um zylindrisch geformte 20-40 cm hohe * Stangengläser, andere wiederum haben die Form leicht bauchiger Glasbecher. Durch das Wegziehen des Eisens beim Aufschmelzen des Glastropfens entsteht bei diesem oft eine Spitze, die nach oben oder unten gerichtet sein oder auch waagrecht wegstehen kann.
Niedere zylindrische oder leicht bauchige Nuppengläser mit kleinem, meist gekniffenem Fußring und abgesetztem ausladendem Trinkrand haben oft schräg nach oben weisende Glasnuppen. Sie heißen dann auch, wegen der Ähnlichkeit im Aussehen, * Krautstrunk. Auch * Römer haben im allgemeinen Nuppen. Die Nuppen waren nicht nur Dekor, sondern verhinderten auch, dass die früher verhältnismäßig teuren Gläser aus der Hand glitten und zerbrachen. Aus der Form des Glases und der Nuppen lässt sich ihr Alter ableiten. Seit etwa 1400 waren leicht schneckenförmig gedrehte Nuppen gebräuchlich; Ende 15. Jh. wurden sie spitzer und ab ca. 1500 mehr fladenförmig, aber auch in eine Spitze auslaufend. Im 19. Jh. waren in Formen geblasene oder gegossene Becher und Krüge mit kleinen Nuppen, so genannte Warzenbecher bzw. -krüge, in allen Größen beliebt.
F. RADEMACHER, Die deutschen Gläser des Mittelalters, Berlin 1933; G. SCHADE, Deutsches Glas, Leipzig 1968; J. SCHLOSSER, Das alte Glas, München 1984.
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