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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Obelisk , von griechisch obeliskos, "Bratspießchen".

1) Metallene Bratspieße dienten den Griechen im Altertum als Tauschobjekte (Gerätegeld).

2) Bezeichnung für monolithische Quadersteine, wie sie erstmals in Ägypten zur Ehre des Sonnengottes aufgestellt wurden. Es waren dies freistehende hohe, sich nach oben verjüngende * Pfeiler mit quadratischer Grundfläche. Die pyramidenförmige Spitze war mit Goldblech verkleidet und erstrahlte jeden Morgen beim Aufgehen der Sonne in gleißendem Licht. Der höchste erhaltene Obelisk misst 30 m und befindet sich in Karnak/Oberägypten. Später waren Obeliske auch außerhalb Ägyptens üblich, meist als Denkmäler, zur Erinnerung an bestimmte Geschehnisse. Im Zuge der Gegenreformation ließ Papst Sixtus V. zur Ehre des Katholizismus vor den Hauptkirchen Roms Obeliske aufstellen. In der Kunst wurden Obeliske vor allem im * Klassizismus, in der * Romantik und im * Historismus dargestellt, etwa auf Bildern und auf Elfenbeinschnitzereien. Sie sind meist mit Inschriften versehen, z. B. ein Ereignis oder einen Verstorbenen betreffend. Manchmal tragen sie auch das Abbild eines Toten und üben so eine * Epitaph-Funktion aus. Wie die * Urnen waren die Obeliske nicht nur * Memorialsymbole, sondern auch Ausdrucksform des Freundschaftskultes.

Ch. KUENTZ, Obélisques, Kairo 1932; E. HUBALA, Zierobelisken. Studien zur Architektur des 16. Jh., Diss. München 1951; G. RÜHLMANN, Die Nadeln des Pharao, Dresden 1968; E. DONDELINGER, Der O.: ein Steinmal ägypt. Weltanschauung, Graz 1977; L. HABACHI, Die unsterblichen O. Ägyptens, Mainz 1982; E. BATTA, O.: Ägypt. O. und ihre Gesch. in Rom, Frankfurt/M. 1986.


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