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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Olifant , altfranzösische Bezeichnung für den Elefanten sowie für die aus den spitz zulaufenden Enden von Elefantenstoßzähnen gefertigten großen und meist reich beschnitzten Signalhörner.

Im Gegensatz zur hohlen Zahnbasis besteht das vordere Ende des Stoßzahns aus massivem Elfenbein, das bei der Herstellung von Olifanten ausgebohrt wurde. Diese "Hörner" erfreuten sich seit dem 10. Jh. im ganzen Mittelalter großer Beliebtheit. Aus Süditalien und Sizilien stammende beschnitzte Exemplare wurden "Sarazenische Hörner" genannt und dienten oft als * Reliquienbehälter. Bekannt wurde der Ausdruck Olifant vor allem durch das im Mittelalter sehr populäre "Rolandlied" (Chanson de Roland). Das um 1100 n. Chr. entstandene Werk gilt als das älteste französische Heldenepos. Bei der frühesten erhaltenen Fassung handelt es sich um die anglonormannische so genannte "Oxforder Handschrift" aus dem 12. Jh. Als Verfasser wird manchmal der im Schlussgesang genannte Geistliche Turoldus angeführt; diese Autorenschaft ist allerdings umstritten.

Das Rolandlied berichtet vom Tod des bretonischen Grafen Hruodlandus (Hruotlant), der 778 im Gefecht bei Roncesvalles der Nachhut Karls d. Gr. angehörte, die im Kampf gegen die Truppen des Kalifen Abd el Rahman fast völlig aufgerieben wurde. Der Sage nach war der gefallene Markgraf der Neffe Karls d. Gr. und einer seiner zwölf Paladine (Angehöriger der Heldenschar am Hofe Karls d. Gr.). Er soll im Pyrenäental von Roncevalles das weit vorausziehende Heer mit dem Olifanten vergeblich zu Hilfe gerufen haben ("...Roland hob mit beiden Händen den guten Olifant zum Munde und begann zu blasen, da war der Schall so stark, dass die Heiden sich erschraken und keiner mehr den andern hören konnte..."). Das Rolandlied war Vorbild für zahlreiche Nachdichtungen mit Bezug auf den Glaubenskrieg zwischen Christen und Sarazenen. Es gibt aber auch romantische und komische Versionen (z. B. "Der verliebte Roland" und "Der rasende Roland"). Der historische Roland wird immer mit einem großen Signalhorn dargestellt. Da der Ritter der so genannten * Rolandsäulen keinen Olifant trägt, ist ihre Verbindung mit dem historischen Roland unrichtig. Vgl. * Hifthorn.

E. KÜHNEL, Die orientalische Olifanthörner, in: Kunstchronik, 11, 2, Jahrg. 1921; E. KÜHNEL, Die sarazenische Olifanthörner, in: Jahrb. der Berliner Mus. 1, 1959; H. W. HEGEMANN, O. Geschichte u. Geschichten um Elfenbein, München 1981; H. BERNDT, Roland. Der Paladin Karls d. Gr., in: Unterwegs zu dt. Sagen, Düsseldorf, Wien 1985.


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