Ölmalerei , seit dem 14. Jh. angewendete und seit dem 17. Jh. allgemein gebräuchliche Maltechnik, bei der die Bindung der Farben durch trocknende Öle erfolgt (Lein-, Mohn- oder Nussöl).
Die Öle trocknen nicht durch Verdunstung, sondern verfestigen sich durch einen Oxidationsprozess. Manchmal sind auch lichte Weichharze beigefügt, z. B. Mastix oder * Balsam. Vor dem eigentlichen Farbauftrag wurde der * Bildträger früher immer mit einer * Grundierung versehen. Ölfarben ermöglichen ein Neben- und Übereinandersetzen von Pinselstrichen, ohne dass die Farben ineinander verlaufen. Es ist dadurch möglich, Korrekturen vorzunehmen. Bei Verwendung sehr dünner Malmittel kann auch in durchscheinenden Farben (* Lasuren) oder leicht zerfließend gearbeitet werden. Zum Unterschied von * Aquarellfarben behalten Ölfarben auch nach dem Trocknen ihre intensive Farbfrische. Sie können gemeinsam mit * Temperafarben verwendet werden (* Mischtechnik).
* Firnisse schützen vor Umwelteinflüssen, unterliegen aber auch einem Alterungsprozess, die Bilder dunkeln nach (* Galerieton). Im Lauf der Zeit entstehen oft kleine Risse, so genannte * Krakelüren. Sie treten besonders bei dem früher als braune Farbe verwendeten * Asphalt auf oder wenn der Grundsatz, fett auf mager zu malen, nicht beachtet wurde. Ursprünglich war der Bildträger fast immer Holz (* Tafelbilder), nur für kleine Formate wurden auch seit dem 16. Jh. auch * Kupfertafeln verwendet. Von Italien ausgehend, wird seit der 2. Hälfte 15. Jh. im allgemeinen auf Leinwand gemalt, die in einem * Blendrahmen eingespannt ist. Vgl. * Bildträger.
K. WEHLTE, Ölmalerei, Ravensburg 1972; E. BERGER, Quellen u. Technik der Fresko-, Öl- u. Temperamalerei ..., Walluf/Nendeln 1973; E. E. PLOSS, Ein Buch von alten Farben, Heidelberg, Berlin 1977; R. E. STRAUB, Zur frühen Geschichte der Ölmalerei in der Tafelmalerei nördl. der Alpen, in: Von Farbe u. Farben. A. Knoepfli zum 70. Geburtstag, Zürich 1980; W. BLAKE, Ö., Ravensburg 1983; J. M. PARRAMON, Das große Buch vom Malen mit Ölfarben: Gesch., Technik, Material, Themen, Theorie u. Praxis der Ö., Stuttgart 1986; A. HANDELL, L. TRAINOR, Ö., Augsburg 1989.
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