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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Olympische Spiele . Sie sind von 776 v. Chr. bis 394 n. Chr. in Griechenland durch die Aufzeichnung der Sieger nachweisbar und fanden alle vier Jahre im Monat Juni statt.

Sie waren * Zeus gewidmet und wurden in Olympia abgehalten, der Kultstätte des Gottes, mit dem Zeus-Tempel und der 12 m hohen * chryselephantinen Zeusstatue des * Phidias. (Der Mythologie nach soll Zeus in Olympia mit seinem Vater Kronos um die Götterherrschaft gekämpft haben, vgl. * Kronos.)

Im Mittelpunkt der Olympischen Spiele stand der Fünfkampf, später kamen der Dauerlauf, die beliebten Wagenrennen und andere Disziplinen wie Faust- und Ringkampf hinzu. An den Wettkämpfen durften anfangs nur Jünglinge und Männer freier griechischer Familien teilnehmen, die keine Blutschuld auf sich geladen hatten; später waren auch Makedonen und Römer zugelassen. Mädchen war zwar das Zusehen gestattet, die Teilnahme an den Wettkämpfen aber untersagt.

Verheiratete Frauen durften Olympia während der Spiele nicht betreten. Bei Missachtung dieses Verbots drohte der Tod durch Hinabstürzen vom Felsen Typaion. Die Frauennamen in den Annalen bezeichnen die Besitzerinnen siegreicher Gespanne. Nachdem der Kurzstreckenläufer Orsippos seinen Lendenschurz während seines Laufs vorsätzlich oder unabsichtlich abgestreift hatte, lief der Langstreckenläufer Akanthos 720 v. Chr. erstmals mit offizieller Billigung völlig nackt, was bei den Laufbewerben zur Regel wurde. Die anderen Sportler dürften bis zum 5. Jh. v. Chr. weiterhin mit Schurz angetreten sein, dann kämpften auch sie nackt, mit Ausnahme der Wagenlenker. (Wagenrennen mit * Quadrigen sind seit der 25. Olympiade, 680 v. Chr., bezeugt.)

Darstellungen nackter Olympioniken erfreuten sich in der Kunst der Antike großer Beliebtheit. Die Athleten ölten den Körper vor dem Wettstreit ein und bestreuten sich mit feinem Sand. Nach den Kampfspielen entfernten sie das Öl-Sand-Gemisch mit einem gebogenen Schaber aus Bronze, der so genannten "Strigilis". Wie der Schaber gehandhabt wurde, ist auf antiken Bildwerken zu sehen.

Die Teilnehmer der Olympische Spiele mussten sich schon Monate vor den Wettkämpfen in Olympia einfinden, Diät halten und unter Aufsicht der Hellanodiken (Kampfrichter) trainieren. Für die Sieger (Olympioniken) lagen auf einem von Kiolotes aus Gold und Elfenbein hergestellten Prunktisch Kränze bereit, gewunden aus Zweigen eines als heilig geltenden * Ölbaums, der nahe des Zeustempels wuchs. Später erhielten die Olympioniken zusätzlich einen Palmzweig (Siegespalme).

Obwohl nur für Amateure zugelassen, war es schon im Hellenismus üblich, dass auch Berufsathleten teilnahmen, die von Herrschern protegiert wurden. Kaiser Theodosius I., der 380 den christlichen Glauben angenommen hatte, verbot 394 n. Chr. die "heidnischen Spiele" in Olympia. Sie wurden nach antikem Vorbild auf Initiative von Pierre Baron de Coubertin 1894 in Athen wieder erneuert und finden seit 1896, von Ausnahmen abgesehen, regelmäßig alle vier Jahre statt. Das * Emblem der modernen Olympischen Spiele besteht aus fünf ineinander verschlungenen Ringen, die die fünf Erdteile symbolisieren.


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