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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Omphalos , griechisch, "Nabel".

1) Mit dem Terminus wurde in der Antike in Griechenland ein ursprünglich im Apollon-Tempel von Delphi verwahrter Stein bezeichnet, von dem eine römische Kopie erhalten ist (Museum in Delphi). Der bienenkorbförmige Omphalos mit einer eingemeißelten netzförmigen Struktur galt als Mittelpunkt der Welt und stellte eine kultische Verbindung zwischen Unterwelt-Erde-Himmel dar (Pausanias X 16,3). In mythischen Quellen wird der Omphale als jener Stein bezeichnet, den Rhea ihrem Gemahl Kronos in Leinentücher gewickelt anstelle des kleinen Zeus zum Verschlingen gab. Kronos spie den Stein zwar wieder aus, in der Zwischenzeit war Zeus aber bereits in Sicherheit gebracht worden. * Python, der Schlangendrache und Bewacher des Orakels von Delphi, wird in der Antike oft um den Omphale geringelt dargestellt. Nachdem ihn Apollon getötet hatte, begrub man den Drachen unter dem Omphale.

2) Griechische Bezeichnung des am Forum aufgestellten "umbilicus urbis Romae". Er galt den Römern als "Weltnabelstein", der Rom zum Mittelpunkt der Welt machte (* abendländische Kunst).

3) Stein in Jerusalem, auf dem der Legende nach das Kreuz Christi stand. Auch er galt als "Nabel der Welt". Er soll in den Bau der Grabeskirche in Jerusalem einbezogen worden sein, und zwar im Binnenatrium, an der Seite der * Apsis der fünfschiffigen Basilika.

W. H. ROSCHER, Neue Omphalos-Studien, in: Abhandlungen der Königl. Sächs. Ges. der Wiss., Phil.-hist. Klasse 31, 1915; H.-V. HERRMANN, O., München 1959; W. MÜLLER, Die hl. Stadt. Roma quadrata, himml. Jerusalem u. die Mythe vom Weltnabel, Stuttgart 1961; B. KAUHSEN, O., Diss. Aachen 1988.


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