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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Art brut , franz., "rohe, grobe Kunst".

Mit dem Ausdruck bezeichnete der Maler Jean Dubuffet spontane Arbeiten von Laien, also von nicht akademisch geschulten Malern, wobei die Bezeichnung nicht abwertend gemeint war. Unter den Sammelbegriff Art brut fallen auch Arbeiten von Geisteskranken und Kindern; unakademische, antikünstlerische Ausdrucksformen wurden zur Kunst hochstilisiert. Dubuffet lehnte die konventionelle Kunst (arts culturelles) ausgebildeter Künstler ab. 1947 etablierte er in der Pariser Galerie Drouin das "Foyer de l'art brut", um Laien, d. h. Personen, die von künstlerischer Bildung unbelastet sind, Gelegenheit zu geben, ihre elementare, unbefangene Kunst zu präsentieren. Gemeinsam mit André Breton, Jean Paulhan und Michel Tapié gründete Dubuffet eine Gruppe gegen die etablierte Kunst, die bis 1952 in einem Pavillon des Verlags Gallimard Ausstellungen veranstaltete. Sie wurden zur Keimzelle des * Informel. Seine umfangreiche Sammlung von Werken der Art brut, deren Eigentümer die 1948 von Dubuffet gegründete Compagnie de l'art brut war,  brachte Dubuffet in das Haus seines Malerfreundes Alfonso Ossorio in East Hampton, USA. Der schwerfälligen französischen Bürokratie wegen gelang es Dubuffet nicht, die Sammlung, wie von ihm vorgesehen, in Paris unterzubringen. 1962 kam man in Lausanne den Vorstellungen Dubuffets entgegen und stellte ihm im Schloss Beaulieu in Lausanne entsprechende Räumlichkeiten für die Exponate zur Verfügung. Dubuffets Sammlung bildete so den Grundstock für das Art brut-Museum in Lausanne. Zu den mit der Art brut in Verbindung gebrachten Künstlern zählt u. a. auch Alberto Burri, der Arzt war, bevor er sich 1948 in Rom niederließ und zu malen begann. In seine der Art brut und dem * Dadaismus nahestehenden Bilder sind oft Alltagsabfälle, wie geflicktes Sackleinen etc., eingebaut, d. h. es handelt sich manchmal um * Collagen oder * Assemblagen.   

G. PRESLER, L'Art brut, Köln 1981; Ein Mus. für A., in: DuMont's Chronik d. Kunst im 20. Jh., Köln 1990.


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