Orangerie . Im 16. Jh. kam es in Europa, vor allem in den Niederlanden und in Deutschland, in Mode, in Behälter eingesetze Orangenbäume und andere exotische Gewächse als Attraktion zu kultivieren.
Während der kalten Jahreszeit überdachte man sie mit einfachen beheizbaren Holzkonstruktionen. Später entstanden eigene Gewächshäuser zum Überwintern. Im Hochbarock wurden die bis dahin schlichten Zweckbauten in die sonnigen Südflügel der Schlösser verlegt. Der überhöhte Mittelsaal der meist dreiflügeligen Orangerie bot durch seine Lichtfülle und die seltenen Pflanzen eine angenehme Atmosphäre und bildete oft den Rahmen für Festlichkeiten, z. B. im Schloss Versailles. Nach der Einführung von Eisen und Glas als Baumaterialien wurden große Orangerien in der Art hoher Palmenhäuser gebaut. Bekannt ist u. a. das Palmenhaus in den Gartenanlagen des Schlosses Schönbrunn in Wien.
G. WESTRUM, Studien zur Orangerie des Barock, Diss. Salzburg 1974; K. PUETTMANN, Orangerien u. Gewächshäuser in den Gärten westfälischer Schlösser, Kat. München 1988.
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