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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Art déco , der,

1) Kunststil von 1918-40, der den * Art nouveau und im deutschsprachigen Raum den * Jugendstil ablöste. Der Terminus Art déco entstammt dem Titel einer 1925 in Paris stattgefundenen Ausstellung, der wie folgt lautete: "Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes". Das Motto bzw. der Name dieser ersten großen internationalen Messe nach dem Ersten Weltkrieg sagt bereits einiges über das Wesen der heute als Art déco bezeichneten Stilrichtung aus. Beeinflusst vom so genannten * Funktionalismus und dem * Bauhaus (Schule für Gestaltung) gab sich der Art déco betont modern. Der * Art nouveau wurde abgelehnt, vor allem durch die Arbeiten von * Mackintosh und die * Wiener Werkstätte erfolgte aber trotzdem die Übernahme programmatischer Inhalte. Kennzeichnend für den Art déco sind gerade Linien, glatte Flächen und streng ausgerichtete, vor allem geometrische und stereometrische Formen. Die früher beliebten reichen Verzierungen wurden als antiquiert und unmodern verworfen. Verwendung fanden vielfach edle Materialien wie * Elfenbein, * Ebenholz, * Bronze, * Chagrin, verchromter Stahl und * Edelmetalle. Besonders geschätzt aus der Zeit wird noch heute der prachtvolle Diamantschmuck. Modern waren Kabinettplastiken in * chryselephantiner Manier, wobei wie im Jugendstil vor allem Tänzerinnen dargestellt wurden. Die * Sphinx war wegen ihres männermordenden Rufs ein beliebtes Motiv des Art déco, galt sie doch als Symbol für die neue, selbstbewusste, verführerische Frau, die * Femme fatale. Das neu gewonnene Selbstbewusstsein vieler Frauen der gehobenen Gesellschaftsklasse, damals * Bourgeoisie genannt, zeigte sich in ihrer Extravaganz und bewusst eingesetzten erotischen Ausstrahlung. Sie fanden Gefallen daran, wenn sich Männer "vor Sehnsucht verzehrten", den wirtschaftlichen Ruin in Kauf nahmen und sich ihretwegen duellierten. Die Filmschauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich verkörperte später diesen Frauentyp.

2) In Frankreich allgemein Bezeichnung für die * Angewandte Kunst, speziell im Bereich der Inneneinrichtung.

G. ANDREAS, Der Zweikampf und seine Regeln. Arten des Duells, in: Gesellschaftlicher Wegweiser für alle Lebenslagen, Weidlingau b. Wien, Leipzig 1931; Y. BRUNHAMMER, 1925, in: Die zwanziger Jahre - Kontraste eines Jahrzehnts, Zürich 1973; P. MAENZ, A. Formen zwischen zwei Kriegen, Köln 1974; V. ARWAS, A., London 1980; Y. BRUNHAMMER, A. Style, London 1982; W. UECKER, A. Die Kunst der Zwanziger Jahre, München 1983; A. Furniture. The French designers, London 1984; W. NEUWIRTH, Glas 1905-1925, Bd. 1, Vom Jugendstil zum A., Wien 1985; S. BROSI, "Der Kuß der Sphinx". Weibl. Gestalten nach griech. Mythos in Malerei u. Graphik des Symbolismus, München, Hamburg 1992.   


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